Blankenburg l Langsam steigt der Wasserpegel im Mönchenmühlenteich wieder. Nach einer Havarie am Sonnabend, 6. Juni, war das Angelgewässer bei Blankenburg fast gänzlich trocken gefallen. Am Freitag kommt schließlich die Erfolgsmeldung des Anglervereins aus der Blütenstadt im Kampf gegen den Wasserschwund: „Wir haben mit Hilfe eines Bagger die defekte Staustelle mit einer zwei mal drei Meter großen Stahlplatte abgesperrt“, berichtet Vereinschef Udo Leier über einen Arbeitseinsatz des erweiterten Vorstands mit Freunden.

Damit könne die provisorische Abdichtung aus Brettern am Leck entfernt werden. Nun könne der Wasserpegel im Mönchenmühlenteich Schritt für Schritt wieder angehoben werden. „Wir haben in zwei oberhalb gelegenen Teichen zwei bis drei Staubretter gezogen – dort wird der Wasserstand um etwa 25 Zentimeter sinken“, erläutert Leier. Die Fischfreunde hofften zudem auf Niederschläge, damit sich der Mönchenmühlenteich möglichst schnell wieder füllt. „Dazu hat uns die Freiwillige Feuerwehr Blankenburg einige C-Schläuche zur Verfügung gestellt, damit wir frisches Wasser einleiten können“, sagt der Angler.

Inzwischen lasse sich das ganze Ausmaß der Havarie-Folgen überblicken: Vor allem bei den Zandern, deren Bestand im Mönchenmühlenteich der Verein in den vergangenen Jahren mühevoll aufgebaut hat, sei „nahezu Totalschaden“ festzustellen. Zudem seien fast alle Silberkarpfen im Gewässer verendet – darunter ein Meter lange Exemplare, die 20 bis 30 Kilogramm auf die Waage bringen. „Die Tiere stammten noch aus Vorwende-Zeiten – in der DDR wurden sie in den Teich eingesetzt, um Algen zu dezimieren.“ Ihre Kadaver habe eine Tierkörperbeseitigungsfirma aus Genthin fachgerecht entsorgt.

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Angler befürchten 5000 bis 800 Euro Schaden

Glimpflicher sei die plötzliche Ebbe dagegen für andere Kar-pfen, Schleie, Hechte und Aale aus dem Mönchenmühlenteich abgelaufen. „Wir haben so viele Fische, wie wir konnten, auf die Bastteiche und andere Aufzuchtteiche verteilt“, berichtet Udo Leier. Dennoch gehe er von einem finanziellen Schaden von rund 5000 bis 8000 Euro für den Blankenburger Anglerverein aus.

Gleichzeitig ist er sich sicher: Ohne die Hilfe vieler Unterstützer von den Feuerwehren Blankenburg und Derenburg, über den Trink- und Abwasserzweckverband Vorharz, den Technischen Eigenbetrieb der Stadt, Klosterfischer und Teich-Verpächter Hans Zordel bis hin zu den Landwirten Klamroth und Baum wäre die Rettungsaktion für den Mönch kaum erfolgreich gewesen.

Hintergrund: Denny Rummert, einer der Angelfreunde, hörte in der Nacht zum Sonnabend, 6. Juni, einen dumpfen Knall am Mönchenmühlenteich. Schnell zeigte sich, dass der Wasserspiegel dramatisch sank. Über das Wochenende gelang es den Vereinsmitgliedern mit Unterstützung der Feuerwehr, zehntausende Liter Wasser in den Teich zu pumpen und das Leck notdürftig zu reparieren. Am Sonntag waren die Angler am nahegelegenen Goldbach unterwegs, um Fische einzusammeln, die aus dem Teich weggeschwommen waren.