Wernigerode l Die Beräumung von Bauschutt und Asche auf dem Gelände des einstigen Hotels „Heinrich Heine“ in Schierke wird deutlich mehr kosten als die bisher veranschlagten 300.000 Euro. Wie im Stadtrat am Donnerstag bekannt wurde, steigen die Kosten auf 420.000 Euro netto. „Es ist mehr Tonnage an Schutt angefallen, als im Schiedsgutachten angenommen wurde“, sagt Stadtjustiziar Rüdiger Dorff auf Nachfrage. „Wir haben eine Zwischenrechnung. Jetzt liegt die Endabrechnung vor“, erklärte Investor Frank Wodsack von der Das Schierke Harzresort GmbH, die auf dem Gelände ein luxuriöses Feriendorf gebaut hat.

Brisant ist nach wie vor die Frage, wer für die Entsorgung aufkommt: Stadt oder die GmbH, an der auch der Hildesheimer Unternehmer Gerhard Bürger beteiligt ist. „Ziel ist eine gütliche Einigung“, so Dorff. „Wir prüfen noch die Ansätze des Investors, wollen für den Stadtrat eine Vorlage erarbeiten.“ Ein Vergleich sei eine Option, um ein langwieriges, teures Gerichtsverfahren zu vermeiden. „Aber wir vermeiden einen Prozess nicht um jeden Preis“, macht er deutlich. In der kommenden Woche findet laut Frank Wodsack ein Treffen mit zwischen Investoren und Vertretern der Stadt statt. „Wir versuchen gemeinsam, Schierke nach vorne zu bringen“, so der Jurist, der sich auf Bau- und Architektenrecht spezialisiert hat.

Im Bereich des alten Heizhauses sowie in der Böschung waren während der Bauarbeiten für die 36 Ferienhäuser, die 196 Betten bieten, im Boden Gebäudereste entdeckt worden – Kaminteile, Metallteile, Asbest, Ziegel, laut Dorff zwischen 6000 und 7000 Tonnen.

Zum Hintergrund: Das „Heinrich Heine“-Hotel stand seit 1995 leer. Die Stadt Wernigerode hatte das Objekt im Jahr 2013 für 144.850 Euro ersteigert, um die touristische Entwicklung des Areals steuern zu können. Das Hotel wurde im selben Jahr für 75.000 Euro gesichert. Mehr als 70.000 Euro – komplett vom Land bezahlt – flossen allein in die Sicherung des Daches. Der Plan, das „Heine“ zu erhalten, wurde verworfen, nachdem ein Gutachten ergeben hatte, dass es nicht zu retten ist. In den Abriss der einstigen Luxusherberge investierte die Stadt 674.000 Euro. 58 Prozent wurden vom Land gefördert.

Ein Verkehrswertgutachten des zuständigen Gutachterausschusses ermittelte 2015 einen Wert von 640.000 Euro für das 25 000 Quadratmeter große, unbebaute Areal. 330.000 Euro war der Preis, den die Investoren im Juni 2016 der Stadt für die brache Fläche bezahlten. Dort hat die Das Schierke Harzresort GmbH für 13,7 Millionen Euro bei 4,5 Millionen Euro Landesförderung – das entspricht einem Fördersatz von gut 32 Prozent – das Schierke Harzresort errichtet. Es wird am Freitag, 15. Dezember, eröffnet.