Wernigerode l Der Duft von Leim hängt in den Kellerräumen. Irgendwo dröhnt eine Säge.

Thorsten Schröder inspiziert eine Schiene - eine Gleisanlage im Miniaturformat. Winzige Kieselsteine sind zwischen und neben die Schienen geschottert und mit dem Pinsel eingestrichen und fixiert. "Das machen unsere Kinder. Sie haben Freude daran", sagt Schröder. Seit zwei Jahren leitet er die jüngeren Mitglieder der Modellbau-AG in der Sekundarschule Burgbreite an. "Ich erkläre ihnen den Umgang mit den Werkzeugen, zeige ihnen, was sie beachten müssen". Schröder ist mit der Arbeit der Jungen zufrieden. Über 300 Meter Gleisen laufen durch den Schulkeller. "Eine Stunde für einen Meter Gleis. Das ist schon sehr viel Zeit."

Gleise neu verlegt

Nicht nur die Kinder, auch die erwachsenen Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft haben in den vergangenen Monaten viel geschafft. Die drei ineinander übergehenden Modellbauanlagen haben sich sehr verändern. "Wir haben uns für dieses Jahr vorgenommen, die Gleise neu zu verlegen", sagt Schröder. Ein Tunnelportal sei neu angelegt worden. Und entlang des Wernigeröder Bahnhofs wird die Feldstraße verschönert. "Zudem haben wir den ein oder anderen Baum neu gestaltet. Wernigerode wird grün."

Bilder

Jeden Freitag treffen sich die passionierten Modellbauer, um an der Anlage zu werkeln. Manche der erwachsenen Mitglieder sind schon seit ihrer Jugend dabei. Angefangen hatte einst alles mit Karl-Heinz Eigendorf, der viele Generationen von Jugendlichen erst im Pionierhaus und später dann in der Burgbreite für dieses Hobby begeisterte. Seit dem Tod von "Eicke", wie ihn seine Freunde nannten, leitet Michael Feist die AG, führt die Arbeit im Sinne ihres Gründers fort. Thorsten Schröder selbst gehört seit zehn Jahren zum festen Kreis der Modellbauer. "Zuhause ist der Platz begrenzt. Hier können wir die Züge auf einer riesigen Anlage fahren lassen. Das ist der Reiz für uns große Kinder."

Modellbauer präsentieren drei Anlagen

Tradition hat inzwischen die alljährliche Ausstellung, für welche die Modellbauer die Pforten ihrer Miniaturwelten für Interessierte öffnen. Am Wochenende 24./25. November ist es wieder so weit. Von 10 bis 18 Uhr gibt es in den Kellerräumen der Sekundarschule jede Menge zu bestaunen. Alle drei Anlagen - Bahnhof Wernigerode, Fantasielandschaft und das Bahnbetriebswerk - sind in Betrieb. Darüber hinaus präsentiert ein Gastaussteller seine Gartenbahn. Bis zu 34 Züge werden auf den Gleisen unterwegs sein.

"Außerdem gibt es wieder Kaffee und Kuchen", kündigt Thorsten Schröder an. "Das ist im letzten Jahr bei unserem Gästen gut angekommen." Der Eintritt ist an beiden Tagen frei. "Spenden nehmen wir aber sehr gern an."