Wernigerode l Sven Groß von der Hochschule Harz in Wernigerode hat den Buch-Award der Internationalen Tourismusbörse (ITB) erhalten. „Der Preis ist etwas ganz Besonderes“, freut sich Sven Groß und hält stolz sein im August 2017 veröffentlichtes Buch in der Hand. „Das Schöne ist, dass damit ein wissenschaftliches Werk ausgezeichnet wurde. Sonst konzentriert man sich beim Buch-Preis der ITB eher auf Bildbände oder Reiseführer.“

Tatsächlich sticht die Lektüre von Sven Groß, der seit 2005 Professor für Management von Verkehrsträgern an der Hochschule Harz in Wernigerode ist, aus der Reihe der Preisträger heraus.

600 Seiten

Auf knapp 600 Seiten geht es um Verkehrsträger in der Tourismuswirtschaft, die in ihrem derzeitigen Forschungsstand, ihren Entwicklungen und gesetzlichen Rahmenbedingungen betrachtet werden. „Es ist ein Forschungs- und Lehrbuch“, attestiert der Dozent und ergänzt: „Die Inhalte sind daher eher für Studierende und Lehrende gedacht.

Das Buch erscheint bereits in zweiter Auflage. Diese ist in ihrer Aufmachung nun nicht mehr den gängigen Lehrbüchern ähnlich, sondern moderner und übersichtlicher gestaltet.“

Hand- und Lehrbuch in einem

Ihm liege viel daran, dass Hochschulen in solch moderne und damit Studenten-freundlichere Medien investieren. Gemeinsam mit dem UVK-Verlag, der das Buch herausgegeben hat, habe die Zusammenarbeit für die neue optische und haptische Gestaltung des Werkes bestens funktioniert. „Der Verlag hat dann das Buch bei der ITB für den Wettbewerb eingereicht“, berichtet Groß.

Die Jury in Berlin hat ihre Entscheidung für die Auszeichnung mit der offensichtlichen Komplexität der gesamten Thematik innerhalb des Werkes begründet. Vor allem die inhaltliche Balance zwischen einem praxisorientierten Handbuch und einem didaktischen Lehrbuch sei gelungen.

Von Flugzeug bis Schiff

„Einfach gesagt: das Buch behandelt alle Verkehrsmittel, die eine touristische Bedeutung haben“, erklärt Sven Groß und geht ins Detail: „Das sind auf der einen Seite natürlich die Hauptverkehrsmittel, wie Flugzeug, Bus, Bahn und Schiff. Aber es kommen auch Außenseiter darin vor, wie zum Beispiel Zeppeline, Draisinen oder Segways bis hin zur Betrachtung des Weltraumtourismus.“

Längst sei das Interesse an solch ausgefallenen Verkehrsmitteln in der Tourismusbranche gestiegen, berichtet Groß weiter. „Neben der Zweckmobilität, wie man sie von gewöhnlichen Verkehrsmitteln kennt, geht der Trend zur Erlebnismobilität. Die Menschen suchen bewusst das Außergewöhnliche, vor allem weil das Verkehrsmittel mittlerweile nicht nur in den Urlaub befördert, sondern uns in vielen Fällen während der gesamten Zeit begleitet.“ Gemeint seien damit vor allem Kreuzfahrtschiffe und Hotelzüge, die mit ihren Luxusangeboten werben.

Eigener Blog mit Tipps für Flugreisen

Demgegenüber gebe es unter Reisenden auch den Trend zur Nachhaltigkeit, der die enormen Umweltbelastungen von Kreuzfahrtschiffen und Flugzeugen thematisiert oder ein sozial verträgliches Personalmanagement innerhalb der Reisebranche betrachtet. „Ein bewusstes Verhalten kommt auch im Reisen und Tourismus an“, bestätigt Sven Groß.

Um der Öffentlichkeit mehr von seinem Wissen abzugeben, veröffentlicht er derzeit in seinem eigenen Internet-Blog Stück für Stück die Themen aus seinem Lehrbuch und stellt sie benutzerfreundlich dar. „Bislang habe ich zahlreiche Tipps für Flugreisen veröffentlicht“, berichtet Groß.

Tourismusstudium in Wernigerode

„Vielen ist oftmals nicht bewusst, über wie viele Details sie sich im Vorfeld einer Flugreise informieren können.“ So gibt der Dozent in seinem Blog Hinweise und Verlinkungen für eine genaue Sitzplatzwahl, um Ausstattungsmerkmale und Bilder des Flugzeuges zu sehen oder um sich nach dem konkreten Catering an Bord zu erkunden.

„Den Blog betreibe ich aus Eigenmotivation“, erklärt Sven Groß. Er wisse genau, dass es sich lohnt, sein Wissen an die Öffentlichkeit weiterzugeben. Denn: „Die Tourismusbranche boomt. Das sehe ich auch in der Ausbildungs- und Hochschullandschaft. Hier in Wernigerode gibt es mittlerweile vier Tourismusstudiengänge mit insgesamt 750 Studierenden auf diesem Gebiet.“