Wernigerode l Auf der Wiese in unmittelbarer Nachbarschaft des Audimax unweit der Wernigeröder Friedrichstraße wollen die Verantwortlichen der Hochschule Harz ihr neues Sportzentrum hochziehen. Zwar sind Details der Millionen-Investition sowie die Art und Weise der baulichen Realisierung nach Angaben von Hochschulkanzler Michael Schilling bislang noch weitgehend unklar. Gleichwohl ist jetzt der planerische Startschuss für das Vorhaben erfolgt.

Im Bau- und Umweltausschuss des Stadtrates ist über das nötige Änderungsverfahren des bestehenden Bebauungsplans beraten worden. Mitte Mai soll im Stadtrat der formelle Startschuss für das Verfahren folgen.

Öffentlichkeit

Laut Stadtverwaltung erfüllt das Vorhaben die Rahmenbedingungen für ein beschleunigtes Bebauungsplanverfahren, ist der Ratsvorlage zu entnehmen. Das Areal bleibe wie bislang ein Sondergebiet für Bildung. Im Zuge des beschleunigten Verfahrens entfalle die frühzeitige Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung. Nunmehr werde eine 30-tägige Auslegungsfrist angepeilt, um der Öffentlichkeit die Möglichkeit der Einsichtnahme in die Planungsunterlagen zu geben.

Nach den Worten von Hochschulkanzler Michael Schilling sollen mit dem Projekt die freizeitmäßigen Rahmenbedingungen für die Studenten optimiert und letztlich Ruf und Anziehungskraft der Hochschule verbessert werden. Die Grünfläche südlich der Straße Am Eichberg und direkt neben dem Audimax biete den nötigen Platz, um den bislang in einem alles andere als einladenden Kellerraum von Haus I der Hochschule untergebrachten Fitnessbereich aufzunehmen. Diese Freizeitofferte soll so auf heute übliches Niveau gehoben werden.

Vorstellungen

Selbst wenn die bauliche Gestaltung des Neubaus bislang noch nicht in Skizzen und konkrete Planungen gemündet ist, haben Kanzler Schilling und die für Bau, Liegenschaften und Technik zuständige Hochschuldezernentin Dajana Nickel durchaus schon konkrete Vorstellungen. Ihnen schwebt ein zweietagiges Gebäude vor, das im Erdgeschoss Platz für den Fitnesssport und Gymnastik bieten soll. Großzügig gestaltete Glasflächen im Parterre-Bereich sollen sowohl für Licht als auch für Weite sorgen.

Neben Sanitäreinrichtungen sind im Obergeschoss des Gebäudes – denkbar sei eine Grundfläche von rund 200 Quadratmetern – auch Büros vorgesehen, um dort die Planung und Koordination der gesamten Sportangebote im Hochschulbereich zu konzentrieren. Da das Gebäude – abgesehen von einer Zufahrt für Rettungs- und Versorgungsfahrzeuge – nur fußläufig erschlossen werden soll, dürften sich die Auswirkungen für benachbarte Anwohner in Grenzen halten.

Neubau

Bislang, so Kanzler Schilling, nutze die Bildungseinrichtung mit aktuell rund 3100 Studenten Sportanlagen und Hallenkapazitäten im gesamten Stadtgebiet. Daran werde sich auch perspektivisch nichts ändern. Der Neubau biete aber sowohl die Gelegenheit, die aktuell unzureichenden Rahmenbedingungen im Fitnessbereich deutlich zu verbessern als auch den Verantwortlichen – Trainern, Koordinatoren und Übungsleitern – im Sportbereich angemessene Räume zur Verfügung zu stellen.

Die Hochschule will das Projekt mit Bundesmitteln aus dem sogenannten Hochschulpakt finanzieren. Diese Mittel sind nach Schillings Angaben zweckgebunden für die Verbesserung der Infrastruktur an den Hochschulen verfügbar. „Wir planen mit insgesamt 1,47 Millionen Euro“, skizziert der 60-Jährige. „Diese Mittel sind eine große Chance – wir wollen sie nutzen, um die Attraktivität unseres Hochschulstandorts weiter zu erhöhen.“

Mit den Weichenstellungen im Bauausschuss sowie im Stadtrat wird zunächst nur der Startschuss für das Planungsverfahren gegeben. Die Verantwortlichen der Hochschule hoffen, dass der genehmigungsrechtliche Vorlauf bis zum Herbst beendet ist und anschließend die konkreten Bauplanungen folgen können. Der eigentliche Baustart sei im Zeitraum 2020/21 realistisch, die Bundesmittel stünden bis 2023 bereit.