Wernigerode l Wie angekündigt, geht es flott voran. Der Landesbetrieb für Hochwasserschutz hat nach der Aufnahme der Schäden durch das Hochwasser vom 25. bis 27. Juli die Möglichkeit genutzt, vereinfacht Planungs- und Bauleistungen auszuschreiben. So haben erste Sicherungs- und Reparaturarbeiten begonnen. Ein Schwerpunkt ist die Holtemme im Bereich von Frankenfeldstraße, über Insel bis zum Wehr an der Hochschule Harz.

Stille Wasser ist still

Die Stauanlage ist im Juli durch die Wucht der Wassermassen völlig zerstört worden. Die Sohle des Flusses senkte sich bis auf fast 1,5 Meter. Auf der Straße Insel klaffte ein riesiges Loch, ein Wohnhaus drohte einzustürzen. Die Stützmauern am Ufer wurden unterspült, die Fischtreppe wurde beschädigt. Außerdem wurde es im Stillen Wasser „still“, der vom Holtemme-Wehr abzweigende Bach führt kein Wasser mehr, was den Pegel des Campus-Teiches stark sinken ließ.

Wehranlage komplett zerstört

Von der Wehranlage aus Stahlbeton „ist nichts mehr übrig“, sagt Toni Beneke. Der Zwickauer ist im BKS Ingenieurbüro beschäftigt und für die Planungen verantwortlich. Gemeinsam mit Bauleiter Johannes Frankenfeld von Umwelttechnik & Wasserbau verfolgte er am Dienstag von der Hochschul-Brücke aus die Vorbereitungen für die nachfolgenden Reparaturarbeiten. Große und kleinere Wasserbausteine liegen seitlich im Bachbett. Mittendrin vier riesige Schachtringe, „einer wiegt acht Tonnen“, sagt Johannes Frankenfeld, während ein Bagger laufend Bigbags in die Holtemme befördert. „Eine Seite des Baches muss trocken gelegt werden, weil ja der Baugrund fehlt“, erläutert der 27-Jährige Bauingenieur.

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Teilabschnitte gebildet

Dann wird ein sogenannter Riegel gezogen, um mit der Schadensbehebung beginnen zu können. Flussabwärts ist der Bereich in Abschnitte geteilt, auch wird immer nur an einer Uferseite gearbeitet. „Vorrang haben die Befestigungsarbeiten“, sagt Toni Beneke. Zahlreiche Gebäude hätten Risse bekommen, Teile der Ufermauern seien eingebrochen oder ganz weggespült worden.

Hochwasser im Harz

Wernigerode (ru) l Land unter in Wernigerode und Umgebung. Der Dauerregen hat die Harzbäche Holtemme und Ilse in reißende Flüsse verwandelt. Sie sind über die Ufer getreten.

  • Die Holtemme führt Hochwasser, hier an der Hochschule Harz in Wernigerode. Foto: Regina Urbat

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  • Die Steinerne Renne ist über die Ufer gelaufen, Land unter auf der Bielsteinchaussee bei Wernigerode. Foto: Regina Urbat

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  • Land unter auf der Bielsteinchaussee, an Anwohner zieht eine Furche. Foto: Regina Urbat

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  • Die Steinerne Renne ist randvoll, die Bahnbrücke der HSB an der Bielsteinchaussee droht überspült zu werden. Foto: Regina Urbat

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  • Der Durchlass im Triangel an der Zufahrt zum Hasseröder Burghotel schafft die Wassermassen nicht, der Sturzbach läuft über. Foto: Regina Urbat

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  • Frauen und Männer der Langelner Feuerwehr ziehen in Veckenstedt die Reste eine zerstörten Behelfsbrücke aus den Fluten. Foto: Michael Lumme

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  • Land unter im Camp auf dem Reiterhof an der Grovesmühle in Veckenstedt. Die Kinder wurden in Sicherheit gebracht. Foto: Jörg Niemann

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  • Hochwasser in der Kruskastraße in Wernigerode. Anwohner helfen beim Stapeln der Sandsäcke. Foto: Uta Müller

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  • Hochwasser Kruskastraße in Wernigerode. Mitarbeiter des Bauhofs Wernigerode und Anwohner informieren sich über die Lage. Foto: Uta Müller

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  • Hochwasser Kruskastraße in Wernigerode. Das Wasser der Holtemme sprudelt unter der Brücke hervor. Foto: Uta Müller

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  • Die Holtemme kurz vor dem Übertreten des Ufers im Stadtfelde in Wernigerode. Foto: Ivonne Sielaff

    Die Holtemme kurz vor dem Übertreten des Ufers im Stadtfelde in Wernigerode. Foto: Ivonne Si...

  • Unterhaltungsverband Holtemme an der Schwachstelle im Einsatz: Sturzbach in Oberhasserode. Foto: Ulrich Eichler

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  • Die Holtemmebücke in Derenburg. Foto: Jens Müller

    Die Holtemmebücke in Derenburg. Foto: Jens Müller

  • Die Holtemmebücke in Derenburg. Foto: Jens Müller

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  • Hochwasser der Holtemme in Derenburg. Foto: Jens Müller

    Hochwasser der Holtemme in Derenburg. Foto: Jens Müller

  • Hochwasser der Holtemme in Derenburg. Foto: Jens Müller

    Hochwasser der Holtemme in Derenburg. Foto: Jens Müller

  • Hochwasser der Holtemme in Derenburg. Foto: Jens Müller

    Hochwasser der Holtemme in Derenburg. Foto: Jens Müller

  • Hochwasser der Holtemme in Derenburg. Foto: Jens Müller

    Hochwasser der Holtemme in Derenburg. Foto: Jens Müller

  • Die Gunst der Berglage und des relativ verhaltenen Dauerregens sorgt eim Bereich Oberhrz für mehr Zulauf, Unbilden für Urlauber, aber bis 13 Uhr zu keinerlei  Problemen. Foto: Burkhard Falkner

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  • Die Gunst der Berglage und des relativ verhaltenen Dauerregens sorgt eim Bereich Oberhrz für mehr Zulauf, Unbilden für Urlauber, aber bis 13 Uhr zu keinerlei  Problemen. Foto: Burkhard Falkner

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  • Die Bundeswehr fliegt am Donnerstag in Silstedt Bigbags an den aufgeweichten Holtemme-Deich. Foto: Matthias Bein

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  • Hubschraubereinsatz der Bundeswehr in Silstedt. Foto: Matthias Bein

    Hubschraubereinsatz der Bundeswehr in Silstedt. Foto: Matthias Bein

  • Hubschraubereinsatz der Bundeswehr in Silstedt. Foto: Matthias Bein

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  • Anwohner stehen  in der historischen Altstadt von Wernigerode vor einer Sandsackmauer. Foto: Matthias Bein

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  • Schaulustige  in der Altstadt von Wernigerode und warten vor einem aufgeschütteten Erdwall auf das Hochwasser. Foto: Matthias Bein

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  • Die Situation am Zillierbach in Wernigerode, hier an der Promade, ist immer noch angespannt. Foto: Regina Urbat

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  • Wassermassen haben in der Holtemme die Stützmauer unterspült, auf der Straße Insel klafft ein riesiges Loch. Foto: Regina Urbat

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  • Wassermassen haben in der Holtemme in Wernigerode  ein Wehr weggerissen. Foto: Regina Urbat

    Wassermassen haben in der Holtemme in Wernigerode ein Wehr weggerissen. Foto: Regina Urbat

  • Wassermassen haben in der Holtemme in Wernigerode  ein Wehr weggerissen. Foto: Regina Urbat

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  • Aufräumen nach der Flut in Wernigerode: Foto: Uta Müller

    Aufräumen nach der Flut in Wernigerode: Foto: Uta Müller

  • Aufräumen nach der Flut in Wernigerode: Foto: Uta Müller

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  • Kristenbesprechung in Silstedt, mit dabei Kameraden aus Bitterfeld. Foto: Tim Bruns

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  • Kameraden der Blankenburger Feuerwehr beim zweiten Einsatz im Haus Am Stadtpark. Foto: Jens Müller

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  • Aufräumen in Derenburg. Foto: Jens Müller

    Aufräumen in Derenburg. Foto: Jens Müller

  • Schneller zum Einsatzort gings in der Radladerschaufel. Foto: Jens Müller

    Schneller zum Einsatzort gings in der Radladerschaufel. Foto: Jens Müller

  • Foto: Jens Müller

    Foto: Jens Müller

  • Mit einem Wall aus Sandsäcken wurde der Forellenteich durch die Marienhöfer Straße in die Ilse abgeleitet. Foto: Denis Loeffke

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  • Nach dem Hochwasser in Wernigerode:  An der Holtemme im Bereich Insel in Hasserode. Foto: Regina Urbat

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  • Hochwasser in Darlingerode. Foto: Tim Bruns

    Hochwasser in Darlingerode. Foto: Tim Bruns

  • Hochwasser in Darlingerode. Foto: Tim Bruns

    Hochwasser in Darlingerode. Foto: Tim Bruns

  • Sandsäcke bestimmen im Harz das Straßenbild. Foto: Matthias Bein

    Sandsäcke bestimmen im Harz das Straßenbild. Foto: Matthias Bein

Im Bereich Frankenfeldstraße wurden für die Sicherungsarbeiten eine direkte Zufahrt in die Holtemme und ein sogenannter Kolkschutz – eine Vertiefung in der Fließgewässersohle – geschaffen.

Wehr und Insel erst 2018

Die Sicherungsarbeiten sollen bis zum Wintereinbruch andauern. „Wohl erst im nächsten Jahr werden wir uns mit dem zerstörten Wehr befassen können“, sagt Johannes Frankenfeld. Der Planer Beneke bestätigt, zumal noch nicht feststehe, ob eine Sohlrampe oder Sohlgleite, wie es in der Fachsprache heißt, eingebaut werde. „Die Planungen sind noch nicht abgeschlossen“, ergänzt Benke.

Gleiches gelte für die Reparatur der Bruchstelle auf der Insel. „Diese wird definitiv erst 2018 erfolgen“, sagt der Planungsingenieur und begründet: „Erst müssen die Mauern entlang des Ufers stehen, dann kann in den Straßenkörper mit all den Versorgungsleitungen eingegriffen werden.“

Kosten rund 2 Millionen Euro

Die Gesamtkosten für die Reparatur der Hochwasserschäden in diesem Holtemme-Abschnitt, der die offizielle Nummer H4 trägt, belaufen sich auf „rund 2 Millionen Euro“, sagt Christoph Ertl auf Nachfrage. Der zuständige Leiter für den Harz im Landesbetrieb für Hochwasserschutz informierte weiter, dass für die anderen Holtemme-Abschnitte wie beispielsweise „Auerhahnring“, Argenta“ oder „Silstedt“ die Planungen zur Schadensbehebung angelaufen sind und noch folgen werden. Ertl kündigte an, darüber demnächst zu informieren. Die Volksstimme bleibt dran.