Hasselfelde l Regen hin, Schlamm her - Schlittenhundefreunde sind Frühaufsteher. Und so starten nach umfangreichen Vorbereitungen am Sonnabendmorgen pünktlich ab 10 Uhr erste Teilnehmer trotz prasselnden Regens zum 19. Internationalen Schlittenhunderennen in der Westernstadt bei Hasselfelde.

90 Wagenlenker, Musher genannt, rollen im dichten zeitlichen Abstand mit ihren Wagen in die matschige Straße, während sich die Reihen der Zuschauer füllen. Am Start spielen sich teilweise turbulente Szenen ab, weil die lauffreudigen Hunde der Rassen Siberian Husky, Samojeden oder Malamuten spätestens im Angesicht des Starts kaum noch zu halten sind. Bisweilen stehen mehr Leute als Hunde im Start, um die Leinen auf Kommando freizugeben: „Go!“

Prominenter Gast

Im Nu saust dann jedes Gespann, je später gestartet, um so mehr Hunde ziehen es, um eine Kurve durch die Mainstreet und hinaus auf die Feldwege. Im Zielbereich wird jeder Musher von einer Zuschauertraube empfangen. Mancher ist unter den Schlammspritzern nur schwer wiederzuerkennen. Wie Mike Justkowiak aus Benneckenstein. Er fährt mit seinen vier Huskies auf einen vierten Platz unter 15 Startern. Sein Sohn Kim-Nico Weissgärber schafft es auf Platz 7 und sorgt so nochmal für Freude in der Oberharzer Familie.

Bilder

Meist rollen die Gespanne in der Reihenfolge, wie sie gestartet sind, auch im Ziel ein. Nicht so bei den Startnummern 64 und 65. Marianne Plein aus der Eifel und Friedhelm Splitter aus Hessen liefern sich ein packendes Finish mit Überholvorgang - acht Hunde kurzzeitig nebeneinander. Splitter kommt im Gesamtrennen, bei dem zwei Läufe zusammengefasst werden, auf Platz 6, Plein fährt insgesamt auf Platz 9.

Freude an einem Schlittenhunderennen dieser Art hat offensichtlich auch Schauspieler Michael Mendl (Der Untergang, Soweit die Füße tragen). Mendl ist mit Partnerin Gesine Friedmann dabei und staunt nicht schlecht über das bunte Treiben auch im Regen. Er habe selbst mal einen Samojeden gehabt, fuhr beim Rennen Baltic Lights auf Usedom sogar auch ein Rennen und habe sich das Interesse an diesem besonderen Sport bewahrt, berichtet der 74-Jährige auf Nachfrage. Der Schauspieler hilft Polz mit am Start, filmt etliche Hunde.

Hilfe beim Start

Dort sollte gegen 14.30 Uhr das letzte Gespann in die Spur geschickt werden – Vivien Krause aus Brandenburg mit insgesamt neun Huskies vor ihrem Wagen. Doch wie es der Zufall will - im Startbereich bricht dieser Wagen, müssen die Hunde, die sich auf den Lauf gefreut und die Beine schon in der Luft hatten, mühsam zurückgebracht werden. Ein Musher leiht ihr wenig später einen Wagen, so dass der Start und der Lauf doch noch glücken.

Nächste Schlittenhunderennen sind im Harz in Benneckenstein am 26./27. Januar mit dem Schlittenhundesportclub Sachsen Anhalt sowie in Clausthal-Zellerfeld am 9./10. Februar mit dem Sportverein Reinrassiger Schlittenhunde Deutschland vorgesehen.