Wernigerode l Wanderer und Skispringer werden es ihnen danken. Die Mitglieder des Wernigeroder Jagdkorporationen Senioren-Convents (WJSC)haben 5.000 Euro für den Bau eines Pavillons gespendet. Die Holzhütte steht im Zwölfmorgental nahe der Sprungschanzen. Und dorthin pilgerten die WJSC-Mitglieder Sonnabendmittag, um den Pavillon feierlich einzuweihen.

Traditonsveranstaltung in Wernigerode

Seine Mitstreiter und er würden sich Wernigerode verbunden fühlen, sagte Wolfgang Milcke, Chef des Fördervereins. Seit der Wende findet die jährliche Verbandstagung wieder in Wernigerode statt - immer am Himmelfahrtswochenende. Mit im Gepäck haben die Teilnehmer Jahr für Jahr großzügige Spenden. So erhielt die Kindertagesstätte „Nöschenröder Hummelhaus“ eine Hütte. 2016 spendeten die Mitglieder für eine Engelsbank. Mit dem Holzpavillon wollen sie den Wernigerödern erneut ein Geschenk machen. „Wir wünschen uns, dass er möglichst lange steht“, so Milcke.

Geschenke als Erinnerung

Das hofft auch Oberbürgermeister Peter Gaffert (parteilos). „Es gibt ja einige, die ihre Kraft gern ausprobieren. Ich hoffe, die Wernigeröder wissen das Geschenk zu schätzen.“ Gaffert dankte dem WJSC für die „alljährlichen Präsente“. „Sie werden immer größer“, so Gaffert schmunzelnd. „Und sie sind eine bleibende Erinnerung an eure Jahrestagung.“

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Der Oberbürgermeister lobte zudem die Mitarbeiter des Bauhofs, die den Pavillon aufgestellt hatten. „In traditioneller Holzbauweise“, wie Gaffert hervorhob.

Traditionelle Bauweise

An gleicher Stelle stand bis vor Kurzem eine Schutzhütte. Sie wurde Ende der 1990er Jahre aufgestellt und musste in diesem Jahr wegen Baufälligkeit abgerissen werden.

Hintergrund: Der Wernigeroder Jagdkorporationen Senioren-Convent ist einer von zwei Dachverbänden von Jagdstudentenverbindungen Deutschlands und Österreichs, heißt es auf der Website des WJSC. Seit etwa 1920 bildeten sich in Deutschland die ersten jagdlich orientierten Studentenverbindungen, die bald den Gedanken zum Zusammenschluss in einem Dachverband fassten. So schlossen sich am 30. Januar 1922 die ersten Jagdverbindungen in Berlin, Halle und Hannover zum „Kartell Akademischer Jagdvereine“ zusammen.

Unter der Schirmherrschaft von Christian Ernst Fürst zu Stolberg-Wernigerode fanden ab 1927, also vor genau 90 Jahren, bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges die Verbandstagungen in Wernigerode statt. Dies war der Grund für die Umbenennung in „Wernigeroder Jagdcorps Senioren-Convent“.

Nach dem Krieg war dem WJSC der Tagungsort Wernigerode durch die deutsche Teilung verwehrt. Erst ab 1990 war die Rückkehr nach Wernigerode wieder möglich.