Schierke l Es heißt weiter warten und hoffen. Die Entscheidung des Landes über zusätzliches Fördergeld für die Sanierung der Schierker Kindertagesstätte steht noch aus. „Wir haben das Geld beantragt, aber bisher keine Antwort aus Magdeburg erhalten“, informierte Wernigerodes Baudezernent Burkhard Rudo in der Sitzung des Stadtrats.

Rund eine Million Euro war für den Umbau des Kindergartens eingeplant. Zwei Drittel werden über das Landesprogramm „Stadtumbau Ost“ gefördert. Dann der Schock: Im August wurde bekannt, dass das Geld bei weitem nicht ausreicht. Erst während der Bauarbeiten war entdeckt worden, dass die Jahrhunderte alte Bausubstanz extrem von Schwamm befallen und marode ist. Zudem stellten die Bauleute fest, dass das Haus einst ohne Fundament errichtet wurde und jederzeit zusammenbrechen könnte. Das Ausmaß der Schäden sei vorab nicht erkennbar gewesen, so die Begründung der Verwaltung, die bei vielen Stadträten auf Unverständnis stieß. Es kostet mindestens eine weitere Million Euro, um die Arbeiten abzuschließen. Wenn Magdeburg der erneuten Förderanfrage eine Absage erteilt, bleibt die Stadt auf den Mehrkosten sitzen.

Finanzielle Einbußen

Warum belässt man die Mädchen und Jungen nicht in Elend, wo sie übergangsweise betreut werden, wollte Wilfried Pöhlert (parteilos, Linke-Fraktion) wissen. Die Anmietung des Kindergartens koste die Stadt lediglich 300 Euro im Monat. „Könnten wir diese Investruine nicht stattdessen verkaufen oder anderweitig nutzen?“ Das sei nicht ohne weitere finanzielle Einbußen möglich, so Baudezernent Rudo. Würde das Gebäude nicht mehr für die Betreuung der Kindergartenkinder genutzt werden, müsste das bereits verbaute Fördergeld an das Land zurückgezahlt werden – immerhin 660 000 Euro, so Rudo. „Wir müssen abwarten.“

Hintergrund: Die Tagesstätte wurde im 17. Jahrhundert als Kirche erbaut und danach mehrmals vergrößert und umgebaut. Von 1949 bis 1960 diente das Haus erstmals als Kindergarten, dann wieder ab 1971.