Hasselfelde l Es ist ein Traumergebnis: Ronald Fiebelkorn hat am Freitagabend die hundertprozentige Unterstützung der CDU der Oberharzstadt erhalten. 18 von insgesamt 58 Mitgliedern hatten sich im Hasselfelder Gasthaus „Zur Krone“ versammelt, 18 Stimmen standen am Ende für Fiebelkorn, der als einziger angetreten war, auf dem Zettel. „Wir stehen hinter dir“, bekräftigte Stadtverbandschef Ronny Jörs nach der Wahl und fügte hinzu: „Jetzt muss es funktionieren.“

Der Kandidat gibt sich siegessicher. „Ich bin angetreten, um Bürgermeister zu werden. Ich will nicht Zweiter werden.“ Fiebelkorn, der aus Eggesin am Stettiner Haff stammt, fuhr früher als Kapitän zur See und lässt keinen Zweifel daran, dass er in der Oberharzstadt das Ruder übernehmen will. 1975 ist Fiebelkorn im Harz vor Anker gegangen, seit 1980 auf Dauer. „Die Harzer Hexen haben mich mit Beschlag belegt“, sagt der Bankkaufmann, der vor Kurzem sein 25-jähriges Jubiläum bei der Volksbank Wolfenbüttel gefeiert hat.

Als Karnevalspräsident in seiner Wahlheimat Elbingerode ist der 55-Jährige um flotte Sprüche und markige Slogans nicht verlegen. Noch steht nicht fest, was auf seine Wahlplakate gedruckt werden soll, doch ein paar Vorschläge schüttelt er am Freitagabend spontan aus dem Ärmel. Am besten gefällt ihm „Hand in Hand – Aufbruch zu neuen Ufern“. Im Hintergrund dazu statt Waterkant die Hängeseilbrücke an der Rappbodetalsperre – die Betreiber hat er schon um Erlaubnis gefragt.

Politisch steht für ihn der Erhalt der Stadt Oberharz am Brocken auf der Agenda – auch aus Mangel an verlockenden Alternativen. „Bei der Zerschlagung wären wir nur ein ungeliebtes Anhängsel weit entfernter Städte“, sagte Fiebelkorn in Hasselfelde. Derzeit seien alle Ortsteile im Stadtrat vertreten und könnten mitentscheiden. „Ob das in Wernigerode, Blankenburg, Thale oder Harzgerode der Fall wäre, ist fraglich.“

Förderung nutzen

Wichtig sei, die vorhandenen Strukturen zu erhalten. Kindergärten und Schulen dürften nicht über die Köpfe der betroffenen Orte hinweg geschlossen werden. Die Oberharzstadt solle Förderprogramme nutzen, um notwendige Bauprojekte zu finanzieren. „Ich möchte aber keine Versprechen eingehen, die ich nicht halten kann.“

Derzeit durchlebe die Stadt eine „schwierige Phase“, befand Fiebelkorn, fügte aber hinzu: „Ich bin nicht der Typ, der vor Problemen davonläuft.“ Selbst- und Mitbestimmung seien derzeit immer noch möglich, so der CDU-Kandidat und verwies auf die Klage der Stadt gegen das Land. Zum Nulltarif wäre überdies auch eine Trennung nicht zu haben. „Der Finanzminister hat mal gesagt: Auch eine Scheidung kostet Geld“, so Fiebelkorn.

Vom Land erwartet er, „dass wir aufeinander zugehen, dass wir eine Partnerschaft eingehen“. Die Konsolidierung müsse fortgesetzt, die „Hausaufgaben“ seitens der Stadt erledigt werden. Allerdings „nicht um jeden Preis“ und „nicht auf dem Rücken der Bürger“, betont Fiebelkorn: „Es muss trotzdem lebenswert bleiben.“ Ebenso müsse die Oberharzstadt ihren Besuchern, die zum Beispiel nach freiem W-Lan fragen, etwas bieten können. Deshalb sei er dafür, den Tourismus zur Pflichtaufgabe zu erklären.

Erfahrung in Gremien

Der Bürgermeisterkandidat rechnet sich gute Chancen aus. „Ich bin kein Newcomer.“ Fiebelkorn sitzt seit 2014 im Stadtrat – zunächst für die Bürgerfraktion, nach der Spaltung im für die Bürgerinitiative Oberharz (BIOH). Im Stadtrat gehört er dem Sozial- wie dem Finanzausschuss an. Im Kreistag war er stellvertretender Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses und ist seit Kurzem CDU-Vertreter in der Regionalversammlung der Regionalen Planungsgemeinschaft.

Denn im September ist Ronald Fiebelkorn in die CDU eingetreten. „Sympathisant und CDU-Wähler war ich schon immer“, sagte er. Als er gefragt wurde, ob er sich vorstellen kann, für die Christdemokraten zu kandidieren, wollte er „Nägel mit Köpfen machen“, so Fiebelkorn. „Jetzt bekenne ich Farbe, mit allen Konsequenzen.“