Wernigerode l „Pico“ ist ein schwarzes Shetlandpony mit eigenem Kopf. Der Hengst ist es gewöhnt, den Heuwagen zu ziehen, lässt aber für gewöhnlich niemanden auf seinem Rücken sitzen – bis Sarah es mit viel Geduld schafft, auf dem Tier eine Runde zu reiten. Was das Mädchen auf dem Bauernhof ihres Großvaters erlebt, ist so oder so ähnlich tatsächlich passiert, sagt Franka Hebner. In ihrem Buch „Sarah auf dem Bauernhof“ beschreibt die Wernigeröderin Erinnerungen an ihre eigene Kindheit.

Eigene Geschichten hat die heute 35-Jährige schon als Schülerin geschrieben. „Allerdings hatte ich das schon fast vergessen. Erst eine frühere Lehrerin hat mich wieder daran erinnert“, sagt die studierte Biochemikerin. Die zufällige Begegnung brachte sie auf einen Gedanken: Was wäre, wenn sie wieder anfangen würde zu schreiben?

Ursprünglich schwebte ihr eine Geschichte über ein Voltigiermädchen vor – damit kennt sich die gebürtige Halberstädterin, die in Wernigerode aufwuchs, aus. Bis zum 18. Lebensjahr betrieb sie selbst den Sport, bei dem auf dem Pferderücken Turn- und Akrobatikübungen gezeigt werden. „Ich fand Tiere schon immer toll, bin selbst geritten“, sagt Franka Hebner.

Ferien auf dem Bauernhof

Gelegenheit dazu hatte sie auf dem Bauernhof ihres Großvaters in Harsleben, den sie als Kind oft besuchte. „Ich habe dort manches Mal die kompletten Ferien verbracht.“ Viele ihrer Erlebnisse sind deshalb in das Kinderbuch eingeflossen, dass sie geschrieben hat. Drei Monate hat sie dafür gebraucht. Die vierfache Mutter war zeitweilig zu Hause und hatte Zeit, weil ihr jüngstes Kind bereits für ein paar Stunden die Krippe besuchte.

Die Rahmenhandlung – das Mädchen Sarah zieht aus der Großstadt Dresden mit ihren Eltern auf den Bauernhof des Großvaters – hat sie erfunden. „Doch die Geschichten mit den Tieren habe ich oft selbst erlebt“, sagt Franka Hebner. Das Cover des Buches ziert zum Beispiel der echte Ponyhengst „Pico“, der auf Großvaters Hof lebte. Auch Ziegenbock „Böckchen“, der zur Reitziege wird, das Frettchen „Fretti“, Hündin „Kessy“, Schwein „Moni“ und andere Tiere, die im Buch eine Hauptrolle spielen, hat es wirklich gegeben.

Geschrieben hat Franka Hebner das Buch aber eigentlich für ihren Großvater. Nach seinem Tod wollte sie die Erinnerung an die schöne Zeit mit ihm lebendig halten. Die Namen von Personen und Tieren hat sie für das Buch verändert.

Gedruckt auf Bestellung

Ihre Mutter erhielt das Buch als Geschenk zum Geburtstag, auch andere Familienmitglieder haben es im Regal. Franka Hebner hat den Band mithilfe des Online-Verlagsdienstes Amazon Create Space gestaltet. Gedruckt wird das Buch auf Anfrage, wenn ein Interessent es gekauft hat.

Inzwischen kennen aber auch einige Leser im jungen Alter Sarahs Geschichte. Beim Praktikum im Hort der Diesterweg-Schule hat die angehende Erzieherin aus ihrem Werk gelesen, ihre Kinder haben es auch schon in den Kindergarten mitgebracht.

Eine Leseratte war Franka Hebner selbst schon immer. „Ich lese gerne Pferdebücher und Romane für Kinder beziehungsweise Mädchen“, sagt die 35-Jährige. „Thriller oder Krimi, das ist nicht mein Fall. Ich mag Happy Ends.“ Ebenso viel Spaß hat ihr das Schreiben bereitet. Zwar ist noch kein neues Buch in Arbeit – doch die Geschichte des Voltigiermädchens ist noch nicht geschrieben. „Da wäre es schade, nicht am Ball zu bleiben.“