Bauprojekt

Mit Schwung zum Richtfest in der Stabkirche Stiege

Die Wände stehen, nach und nach wird das Dach geschlossen: Der Aufbau der Stabkirche Stiege liegt im Zeitplan. Ziel ist, zum Tag des Offenen Denkmals am 12. September fertig zu sein.

Von Katrin Schröder 20.07.2021, 08:30
Frank Habenreich von den Werkstätten für Denkmalpflege Quedlinburg arbeitet auf der Kirchen-Baustelle in Stiege.
Frank Habenreich von den Werkstätten für Denkmalpflege Quedlinburg arbeitet auf der Kirchen-Baustelle in Stiege. Foto: Katrin Schröder

Stiege - Sägen kreischen, lautes Hämmern dringt durch das Kirchenschiff: Auf der Baustelle der Stabkirche Stiege geht es mit Riesenschritten voran. „Das funktioniert hier so gut, es ist traumhaft“, sagt Monika Uecker, stellvertretende Vorsitzende des Vereins Stabkirche Stiege. Der Umzug der hölzernen Kapelle, die vom alten Standort an der früheren Lungenheilstätte Albrechtshaus in den Ortskern versetzt wird, läuft bisher wie am Schnürchen.

Das bestätigt Planer Uwe-Karsten Bothe vom Wernigeröder Büro Planungsring. Mit den beauftragten Firmen, die alle aus der Region stammten, laufe es hervorragend. „Wir haben eine sehr gute Zusammenarbeit.“ Für die besondere Aufgabe, die der Kirchenumzug darstelle, sei nicht jeder gleichermaßen geeignet. „Die Verbindung von Altem und Neuem braucht eine gewisse Erfahrung“, so Bothe.

Die Gebäudehülle mit den knapp sechs Meter hohen Seitenwänden ist mittlerweile geschlossen. Derzeit haben die Zimmerleute vor allem in der Höhe auf dem Gerüst zu tun. Die Hälfte der Dachsparren sei gesetzt, der Rest folge, so Bothe. In dieser Woche soll der Anbau für den Eingangsbereich aufgebaut werden.

Symbolisches Richtfest

Die Dachdecker haben bereits in der vergangenen Woche ihre Arbeit aufgenommen. Bereits geschlossen ist das Dach über der früheren Leichenhalle. Im August soll die Kirche dann komplett von oben verschlossen werden. Im Zuge dessen soll auch der Kirchturm wieder aufgesetzt werden – Anlass für ein symbolisches Richtfest, das für Freitag, 13. August, geplant ist. Ende August oder Anfang September könnten dann Gerüste und Schutzdach abgebaut werden.

Optisch werde die Kapelle künftig ein wenig anders als bisher daherkommen. Der helle Anstrich, der Anfang der 1990er Jahre im Rahmen eines Arbeitsbeschaffungsprojekts aufgetragen wurde, blätterte ab und wurde von den Holzbohlen entfernt. Ab dieser Woche sollen sie einen in Abstimmung mit der Denkmalpflege entwickelten Anstrich auf Leinöl-Basis erhalten. „Das wird vom Aufbau her dem entsprechen, was 1905 verwendet wurde“, sagt Planer Bothe. Das sei aus seiner Sicht „vernünftig“, farblich werde sich die Kirche künftig in einem dezenten Braunrot präsentieren. „Ich denke, dass es von der Außenansicht her sehr schön sein wird“, so Bothe.

Derweil laufen die Restaurierungsarbeiten außerhalb der Baustelle weiter. Die drei zentralen Chorfenster, die derzeit in der Glaswerkstatt Schneemelcher aufgearbeitet werden, sollen künftig mit Gittern geschützt werden. Das Harmonium, das durch Vandalismus, aber auch Verschleiß geschädigt wurde, lasse sich jedoch nicht mehr reparieren. Es werde durch ein zeitgenössisches Instrument ersetzt, das aus Kanada stammt, erklären Monika Uecker und Ortschronist Lothar Kallmeyer.

Zügiger Innenausbau

Vieles kann aber wiederverwendet werden, sagt Uwe-Karsten Bothe – zum Beispiel der größte Teil der Turmbiber, der charakteristisch gestalteten Dachziegel am Turm, ebenso wie die alten Leuchtkörper. Diese werden erst im Zuge des Innenausbaus wieder installiert, der voraussichtlich zügig vonstatten gehen werde. „So viele Innenarbeiten haben wir nicht“, so Bothe. Vorgesehen sei eine Grundausstattung für Elektrik und Beleuchtung, Fußböden, Türen und Treppen müssten eingebaut werden, ebenso die Kanzel. Eine Heizung gab es nicht und werde auch nicht eingebaut. Abgesehen von Kosten-Nutzen-Erwägungen seien bauliche Probleme zu befürchten, so der Planer. „Die Kirche funktioniert nur als ungeheiztes Gebäude.“

Ein Dachreiter in Drachenform wurde nachgebaut und soll künftig das Dach der hölzernen Kapelle am neuen Standort schmücken.
Ein Dachreiter in Drachenform wurde nachgebaut und soll künftig das Dach der hölzernen Kapelle am neuen Standort schmücken.
Foto: Katrin Schröder
Leif Ode-Pantel von der Dachdeckerei Hoppe arbeitet seit vergangener Woche an der Verschalung der Dachkonstruktion.
Leif Ode-Pantel von der Dachdeckerei Hoppe arbeitet seit vergangener Woche an der Verschalung der Dachkonstruktion.
Foto: Katrin Schröder