Hasselfelde l Seine Liebe zu den in den 1920er und 1930er Jahren gebauten automobilen Schätzchen der bayerischen Traditionsmarke reicht weit zurück. Von Kindesbeinen an hat Jörg-Peter Becker ein Faible für die kleinen und eleganten Autos, nach denen sich auch heute noch jeder umdreht. Wenn man denn einen zu Gesicht bekommt.

Die Fangemeinde ist meist unter sich auf ihren deutschlandweit organisierten Treffen. „Dixi, das war einst der Markenname der Fahrzeugfabrik Eisenach“, weiß der Tischlermeister. Bis 1928, als BMW das Unternehmen übernahm, wurde der Name für Automobile, Lastkraftwagen, Fahrräder und Omnibusse verwendet. Mit dem Kauf hat sich der Hasselfelde im Rentenalter einen lang gehegten Wunsch erfüllt. Doch ihn erwartete eine Überraschung. „Als wir beim Verkäufer im Erzgebirge ankamen, traute ich allerdings meinen Augen nicht“, so Becker.

Wagen war in zwei Hälften geteilt

Dass Oldtimer nicht immer im besten Zustand sind, ist bekannt. Manche Bastlerstunde muss von Schraubern investiert werden, um automobile Schätzchen wieder in einen Zustand versetzen, in dem sie wieder etwas hermachen. Das war Becker klar. Sein künftiger Dixi allerdings war nicht nur knallrot lackiert und wie zu einem kleinen Feuerwehrauto umgebaut. Er war auch in zwei Hälften geteilt. Genau in der Mitte. Der Besitzer, ein alter Mann, hatte das Auto zum Kriegsende hin mit dem Schweißbrenner durchtrennt. „Aus Angst, die Russen würden es ihm sonst wegnehmen, wie er mir erzählte“, so Becker.

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Als automobiler Neu-Harzer wurde der 1930 gebaute Dixi dann Stück für Stück restauriert. Vor allem Werner Puse aus Elbingerode hatte maßgeblich Hand mit angelegt. Aus Ilmenau kam ein Austauschmotor, in Nordhausen wurden die Sitze neu gepolstert, und in Halberstadt wurde das Auto lackiert. Das große Rolldach ist übrigens auch nicht original: Es stammt von einem Renault Clio und passt wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge. Ein absoluter Hingucker. Jetzt ist der Oldtimer mit seinem neuen Besitzer nicht nur wieder auf den Straßen anzutreffen, er hat auch einen drei Jahre jüngeren Kumpel bekommen: ebenfalls einen Dixi.

Den hatte Becker nach einem Museumsbesuch in Süddeutschland entdeckt. „Es war eine sogenannte Sportversion. Und Liebe auf den ersten Blick. Ein Cabrio 3/15 als Zweisitzer und mit nur 56 Kilometern auf dem Tacho. Allerdings war die Maschine fest. Wir haben auch hier viel Arbeit reingesteckt, so wie in seinen großen Bruder.“ Der Motor ist inzwischen wieder flott, und Becker ist regelmäßig mit dem Wagen unterwegs, zum Beispiel bei den deutschlandweiten Frühjahrs- und ein Herbsttreffen der Dixi-Fans. „Und auch beim großen Oldtimertreffen am Vogelherd in Blankenburg haben wir in diesem Jahr Station gemacht.“