Wernigerode l Gute Nachricht für den Wirtschaftsstandort Wernigerode: Die Pharma GmbH investiert sieben Millionen Euro in eine neue Produktionsstätte zur Herstellung von pflanzlichen Lösungen, Tropfen, Salben und Cremes.

Bund und Land unterstützen den Neubau einer Halle sowie den Erwerb von neuen Maschinen mit einer Million Euro aus der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur (GRW). „Exakt sind es 1 012 500 Euro“, sagte Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Armin Willingmann (SPD) bei der Übergabe des Fördergeldbescheids am Freitag an die Geschäftsführerin Dr. Sabine Brand. Der Minister, der in Wernigerode beheimatet ist, freute sich über den „angenehmen Termin“, zum einem, weil Pharma unterstreiche, dass neben dem Tourismus auch die Wirtschaft im Harzkreis boomt, und zum anderen, weil mindestens 15 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. „Das hier ist schon ein Vorzeigemodell“, so Willingmann.

Mehr als nur Kamillan und Imidin

Die Pharma Wernigerode produziert mit derzeit rund 165 Beschäftigten am 1903 gegründeten Standort vor allem Arzneimittel wie Kamillan und Imidin sowie Kosmetika, Medizinprodukte und Nahrungsergänzungsmittel.

„Durch die Erweiterung stellt die Pharma Wernigerode die Weichen für wirtschaftlichen Erfolg und Wachstum“, betonte Willingmann. Die Investition sei auch ein deutliches Bekenntnis der Muttergesellschaft Aristo zum Standort Wernigerode. „Das ist ein positives Signal für die Region, für die Beschäftigten und auch für das Land.“

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Wernigerode hat Alleinstellungsmerkmal

Wie die Geschäftsführerin weiter ausführte, hat die Aristo Pharma GmbH mit Hauptsitz in Berlin 2006 den Betrieb in Wernigerode übernommen, zur Gruppe gehören derzeit sechs Produktionsstätten. „Von denen ist Pharma Wernigerode das einzige Unternehmen, das flüssige und halbfeste Arzneiformen herstellen kann“, hob Sabine Brand das Alleinstellungsmerkmal der Harzer hervor.

Im Vorjahr wurden auf dem Gelände am Dornbergsweg in Wernigerode bereits sechs Millionen Euro in eine Hochgeschwindigkeits-Abfülllinie investiert und „somit die Basis geschaffen, um noch wettbewerbsfähiger zu werden“, sagte die Geschäftsführerin.

Chargengrößen bis zu 10 000 Litern

Die neue Anlage steht seit Dezember und soll im zweiten Quartal in Betrieb genommen werden. Mit dieser Investition sollen vor allem die Chargengrößen bis zu 10 000 Litern bei paralleler Fertigungsmöglichkeit unterschiedlicher Präparate erhöht werden, erläutert Projektleiter Zimmereimer während der Besichtigung der neuen Abfülllinie und fügt hinzu: „Das alles geschieht unter modernsten pharmazeutischen Bedingungen“.