Wernigerode l Nordlicht liebt den Harz: Was generell gilt – viele Bewohner der Ostseeküste lieben das Mittelgebirge als Urlaubsziel – trifft für Josephine Müller ganz besonders zu. Die 34-Jährige ist als gebürtige Wismarerin ein klassisches Nordlicht. Über Brandenburg gelangte die Polizeikommissarin schließlich in den Harz und hat in Wernigerode tiefe Wurzeln geschlagen.

Nun ist die junge Mutter zweier Töchter nach dienstlichen Stationen bei der Kriminalpolizei und im polizeilichen Einsatzdienst auch beruflich endgültig hier gelandet und teilt sich mit Sebastian Fabich und Holger Oppermann das Dienstzimmer der Wernigeröder Regionalbereichsbeamten (RBB).

An der Bürowand hängt ein Plakat der Beatles – „ich bin ein Fan“, verrät die junge Beamtin. Oft wird sie allerdings nicht in die Verlegenheit kommen, ihren Blick hinüber zu den vier Pilzköpfen zu werfen, denn „unsere RBBs sollen raus auf die Straße“, wie es Kriminalhauptkommissarin Nadine Sünnemann – als Leiterin Zentrale Aufgaben im Polizeirevier Harz die Chefin aller 31 RBB im Harzkreis – auf den Punkt bringt.

Direkter Ansprechpartner vor Ort

Diese Aufgabe – als direkter Ansprechpartner für die Menschen vor Ort zu fungieren – reizt Josephine Müller ebenso wie ihren vier Jahre jüngeren Kollegen Sebastian Fabich. Er ist ein Harzer Urgestein, stammt aus Blankenburg, kickt dort als Stürmer beim FV und hat sich an der Fachhochschule der Polizei in Aschersleben das fachliche Rüstzeug geholt.

„Wir setzen hier ganz bewusst zwei junge und hochmotivierte Kollegen als RBBs ein, die zuvor schon im Einsatzdienst eine sichere Bank waren“, betont Nadine Sünnemann.

Die Entscheidung, vergleichsweise junge Beamte zu RBB zu machen, sei ganz bewusst erfolgt. „Wir wollen uns in diesem Bereich breit gefächert aufstellen – sowohl fachlich als auch mit Blick auf das Altersspektrum.“ Soll heißen: Die Bürger sollen sehen, dass der RBB-Bereich keineswegs der polizeiliche Abschiebeposten für betagte Beamte kurz vor deren Pensionierung ist.

Präsenz, Kotrollen und Prävention

Nadine Sünnemann, die zuletzt das Revierkommissariat in Quedlinburg geleitet hat, sieht in besagter Verjüngung auch die Chance, sich fachlich besser zu ergänzen. Denn Aufgabe der RBB seien nicht allein die Präsenz im Alltag, sondern auch Kontrollen und Präventionsarbeit in Schulen, Kindertagesstätten und Seniorenheimen. Letztere sei breit gefächert und reiche von Tipps rund um Drogenkriminalität über Ratschläge contra Betrüger bis hin zu Themen wie Gewalt gegenüber Frauen.

Das, nickt Josephine Müller, sei beispielsweise ein Thema für sie. Ihr Kollege Fabich ist nach zig Einsätzen mit den Drogenspezialisten aus dem Revier so was wie der geborene Drogen-Experte im RBB-Gesamtteam. „Damit habe wiederum ich nicht wirklich viel am Hut“, wirft Holger Oppermann ein. Er, im Privatleben unter anderem zweiter Vorsitzender des Vereins Notruf Ukraine und Fan der Harzer Natur, sieht sich eher in Schulen oder in Seniorenheimen auf Präventionstour.