Wernigerode l Die Polizei geht nach aktuellem Ermittlungsstand davon aus, dass der Täter eine enge Beziehung nicht nur zu Wernigerode, sondern auch zum Umfeld des Tatortes nahe dem Bürgerpark hat. Mittlerweile hat die Aufklärung der Angriffe auf zwei Linienbusse im zuständigen Polizeirevier höchste Priorität. Das Sachgebiet 2 Gewaltkriminalität bearbeitet den brisanten Fall derzeit.

Und es gibt erste Erfolge. „Wir haben bereits vielversprechende Hinweise nach unserem Zeugenaufruf erhalten“, sagte gestern Nadine Sünnemann, Leiterin zentrale Aufgaben im Revier. Ins Detail könne man natürlich nicht gehen, aber so viel: Man gehe den Hinweisen sehr genau nach.

Auch das Landeskrimimalamt (LKA) ist mittlerweile mit den Angriffen auf die Busse betraut. In Magdeburg untersuchen Experten die Geschosse, die auf die Fahrzeuge abgefeuert worden waren. Am 23. November und am 3. Dezember waren zwei Linienbusse beschossen worden, jeweils nachmittags. Am 25. November wurde ein Auto durch ein Projektil am Vormittag beschädigt. Beim LKA untersucht man derzeit die so genannten Diabolo-Projektile, um mehr über die Tatwaffe zu erfahren. Möglich sind ein Luftgewehr oder eine Luftdruckpistole. „Gewissheit dazu haben wir aber noch nicht“, so Sünnemann.

Mehr Überwachung am Dornbergsweg

Seit den drei Vorfällen habe der Täter auch nicht wieder zugeschlagen, so die Polizei. Das könnte auch daran liegen, dass der Bereich rund um den Dornbergsweg zusätzlich überwacht wird, um die Sicherheit dort zu gewährleisten.

Verletzt wurde bei den Attacken glücklicherweise niemand, die Scheiben der Busse waren aber zum Teil schwer beschädigt worden. Deswegen ermittelt die Polizei auch wegen schweren Eingriffs in den Straßenverkehr. Was wie eine Ordnungswidrigkeit klingt, ist eine schwere Straftat. Bei Vorsatz kann ein Gericht eine Haftstrafe bis zu fünf Jahren verhängen.

Anwohner werden befragt

Derzeit führt die Polizei auch Befragungen von Anwohnern durch, um dem Täter auf die Spur zu kommen. „Wer etwas zur Aufklärung des Falls beitragen kann, sollte sich bitte umgehend bei uns melden“ sagte Sünnemann.

Die Polizei habe die Bevölkerung nicht verunsichern wollen, als man in der Vorwoche die Angriffe auf die Linienbusse öffentlich gemacht hat. „Das ist immer eine Gratwanderung“, so Sünnemann. Es habe sich aber gezeigt, dass dieser Schritt richtig gewesen sei, sagte sie mit Blick auf Hinweise, die bis gestern eingegangen waren.

Hinweise bitte ans Polizeirevier Harz in Halberstadt unter Telefon (0 39 41) 67 42 93.