Elf Straßenbauvorhaben aus dem Harzkreis vom Land für Bundesverkehrswegeplan 2015 vorgeschlagen

Projektliste mit alte Bekannten und neuen Gesichtern

Von Tom Koch 18.09.2013, 01:06

Halberstadt l Elf Straßenvorhaben im Harzkreis mit Kosten von aktuell geschätzten 371Millionen Euro sollen im Bundesverkehrswegeplan 2015 aufgeführt werden.

Ob die von Verkehrsminister Thomas Webel (CDU) gestern präsentierte Liste eher einem Wunschzettel ans Christkind gleicht, das werden jene verkehrsgeplagten Menschen am ehesten wissen, die seit vielen Jahren auf den Bau von Ortsumgehungen hoffen. landesweit will die Sachsen-Anhalts Regierung 80Projekte in diesem Plan unterbringen, darüber zu befinden hat jedoch die Bundesregierung.

Skepsis an einem zeitnahen Anrücken von Baggern, Planierraupen und Co ist auch deshalb angesagt, weil unter den Harzer Projektwünschen (siehe Info-Kasten) auch Vorhaben sind, die in der Region seit vielen Jahren gefordert werden - bislang jedoch stets vergebens. Prominentestes Beispiel dafür ist die Halberstadt/Harslebener Ortsumgehung für die Bundesstraße79, obwohl diese mit einem sogenannten Vordringlicher-Bedarf-Vermerk versehen ist.

Die neuen Umgehungsstraßen für Blankenburg und Wernigerode sind ebenso alte Bekannte, zudem ziemlich teure: In beiden Fällen sollen Tunnel in den Fels getrieben werden, dort unter den Regenstein, hier in den Fenstermacherberg. Wobei die Blankenburger das zumindest theoretische Plus auf ihrer Seite haben, zum vordringlichen Bedarf zu gehören.

Immerhin 38Ortsumfahrungen zwischen Arendsee und Zeitz sind bereits im 2003 verabschiedeten Bundesverkehrswegeplan aufgeführt, und dennoch bis heute nicht begonnen. Dessen ungeachtet will der Verkehrsminister 26neue Straßen als Ortsumgehungen bei der Bundesregierung anmelden.

Zu den Neulingen an Harzer Projekten gehören die Ortsumgehungen entlang der Bundesstraße245 von Halberstadt in Richtung Börde: Die Bewohner sowohl von Groß Quenstedt als auch von Schwanebeck sollen in Zukunft vom Durchgangsverkehr entlastet werden.

Laut Magdeburger Verkehrsministerium sei dieser Straßenausbau notwendig und trage "zur Stärkung der Infrastruktur" bei. Mithin seien die 80Projekte die Grundlage einer erfolgreichen Wirtschaftsentwicklung

Alles in allem hat die Webelsche Projektliste einen Wert von rund vier Milliarden Euro, und prompt sorgt diese hohe, zumal geschätzte Summe für erste Kritik. Laut "Mitteldeutscher Zeitung" erklärte der Verkehrsexperte der Bündnisgrünen, Christoph Erdmenger, die Anmeldeliste sei völlig überzeichnet. Langfristig erzeuge diese Politik von Minister Thomas Webel Verdruss, "weil jahrelang nichts passiert", schätzte der grüne Landtagsabgeordnete ein.