Hasselfelde l Die Spuren des Großbrandes vor knapp einem Monat in Hasselfeldes Breiter Straße sind noch immer deutlich sichtbar: Verkohlte Fensterrahmen und große Löcher im Dach des leerstehenden, teilweise rußgeschwärzten Wohnhauses, davor ein Bauzaun als Absperrung zum Fußweg. Bis vor Kurzem türmte sich noch Sperrmüll im Tor, wo das Feuer vermutlich ausbrach.

„Dieser Zustand ist untragbar", schimpft Ortsbürgermeister Heiko Kaschel (FWG Oberharz). Die mitten im Zentrum gelegene Brandruine verschandele das Stadtbild. Doch das sei nicht das einzige Problem: „Die Kinder der Familie Abel aus dem direkt angrenzenden Nachbarhaus klagen wegen des Gestanks über Übelkeit“, berichtet Kaschel. Er fordert: Das Brandhaus müsse endlich gründlich auf Vordermann gebracht und der gesamte Unrat entfernt werden, um die Gesundheit der Einwohner zu schützen.

„Es ist nicht Aufgabe der Stadt, Müll von Privatgrundstücken zu räumen“, erläutert dagegen Oberharz-Bürgermeister Ronald Fiebelkorn (CDU). Dennoch gibt es positive Nachrichten von der Verwaltung für die Hasselfelder: Bauhof-Mitarbeiter haben am Montagnachmittag den verkohlten Müll aus dem Eingangsbereich des Hauses sowie heruntergefallene Dachziegel vom Gehweg davor an der Breiten Straße entfernt. So ist der Bürgersteig nur noch halbseitig gesperrt, der Brandort für Fußgänger wieder passierbar.

Bilder

Eigentümer des Hauses ist gefunden

Und: „Wir haben den Eigentümer des Gebäudes ausfindig gemacht“, berichtet Ordnungsamtschef Roland Krebs. Über einen Dolmetscher habe man sich mit dem Bulgaren verständigt, dem das seit mehr als 15 Jahren leerstehende Haus gehört. Er habe zugesagt, sich demnächst um die Immobilie zu kümmern. Zudem sei das Bauordnungsamt des Landkreises Harz informiert, so Krebs weiter.

Hintergrund: In der Nacht zum Donnerstag, 12. September, brach in dem Gebäude ein Brand aus. Das Feuer – laut Polizei vermutlich durch eine offene Flamme entstanden – breitete sich im gesamten Fachwerkhaus aus und zerstörte ein davor geparktes Auto. Das Nachbarhaus nahm ebenfalls leichten Schaden, eine Brandmauer dazwischen verhinderte Schlimmeres.

70 Feuerwehrleute waren beim Großbrand im Einsatz, ein Kamerad erlitt eine Rauchgasvergiftung. Nach dem Löschen wurden Gebäudeöffnungen wie Fenster und Türen verschlossen. In dem leerstehenden Haus gebe es laut Ordnungsamtschef Krebs weder Strom noch Wasser. Ein Defekt am Stromkabel könne so als Brandursache ausgeschlossen werden.