Wernigerode l Der Schock sitzt am Mittwochmorgen, 22. April, tief bei den Mitarbeitern des Wernigeröder Bürgerparks: Die Bienenkörbe auf dem ehemaligen Landesgartenschau-Gelände am Dornbergsweg sind erneut Opfer von Randalierern geworden. „Wir haben die Tat angezeigt, die Polizei war am Vormittag bei uns“, berichtet Park-Chef Andreas Meling.

Das bestätigt Uwe Becker auf Volksstimme-Anfrage. Wie der Pressesprecher des Harzreviers informiert, seien drei der Beuten genannten Insekten-Behausungen zwischen Dienstagabend und Mittwochmorgen zerstört worden. „Vermutlich haben die Täter Steine aus einer nahen Gabionenwand gerissen und damit auf die Bienenstöcke geworfen oder eingeschlagen.“ Die Beamten hätten nun ein Ermittlungsverfahren wegen Sachbeschädigung eingeleitet.

Glück im Unglück: Die Kisten waren noch leer – die Honig- und Wachsproduzenten hätten am heutigen Donnerstag eingesetzt werden sollen, berichtet Imker Enrico Kretschmar, bei dem die Bürgerpark-Bienen ihren Heimatstandort haben. Vor allem für die Kinder der Harzblick-Grundschule, die sich in einer Arbeitsgemeinschaft um die Insekten kümmern, sei die Zerstörung bitter. „Sie hatten die Beuten mit viel Fleiß farbenprächtig gestrichen. Nun müssen wir schauen, ob wir den Schaden reparieren können.“

Bilder

Wildkameras gegen Zerstörungswut?

Unterkriegen wollen sich der Wanderimker aus dem Osterwiecker Ortsteil Hessen und seine jungen Schützlinge aber auf keinen Fall. „Wir geben unser Bienen-Projekt nicht auf“, verspricht der 60-Jährige. Er denke darüber nach, in der Grünanlage eine Wildkamera zu installieren, um den Vandalen auf die Schliche zu kommen.

Hintergrund: Bereits Ende Januar 2019 waren die Bürgerpark-Bienen Opfer eines Anschlags. Damals verendeten Tausende der Hautflügler, als acht Völker jäh aus der Winterruhe gerissen wurden. „Das sind keine Dumme-Jungen-Streiche oder Schabernack, sondern blinde Zerstörungswut“, ist Kretschmar fassungslos.