Arbeitslosenzahl sinkt im September in allen drei Geschäftsstellen / Wernigerode bleibt Spitzenreiter mit 5,6 Prozent

Saisonal bedingt ist Quote erneut gefallen

Von Ingmar Mehlhose

Die Zahl der Erwerbslosen im Einzugsgebiet der Agentur für Arbeit Halberstadt ist im September erneut messbar gesunken. Aktuell 7,8 Prozent bedeuten neben dem Bördekreis den niedrigsten Wert im Land Sachsen-Anhalt. Wernigerode liegt mit 5,6 Prozent sogar noch deutlich darunter.

Schwanebeck l "Neben dem Bördekreis haben wir mit 7,8 Prozent die niedrigste Quote aller Agenturen im Land", hat Freya Fuckert bei der Vorstellung der Daten für September am Dienstag in Schwanebeck konstatieren können. Das freue sie, zeigte sich die Geschäftsführerin Operativ der Agentur für Arbeit Halberstadt angetan von der jüngsten Entwicklung. Allerdings sei diese so erwartet worden, weil sie dem typischen Saisonverlauf entspreche. Primus bleibe dabei die Wernigeröder Geschäftsstelle mit aktuell 5,6 Prozent (-0,5 Prozent).

Besonders positiv ist laut Freya Fuckert, dass davon besonders die Zielgruppen der jüngeren unter 25 Jahren und älteren Erwerbslosen (50+) profitieren konnten. Gerade für letzteres Klientel werde die Agentur künftig noch mehr Überzeugungsarbeit leisten, damit Arbeitgeber die Potenziale dieser Männer und Frauen für ihr Unternehmen als Gewinn zu schätzen lernen.

Kritisch vermerkte die Geschäftsführerin hingegen die nachlassende Dynamik bei den Abgängen aus der Arbeitslosigkeit. Ebenso sei auf dem Stellenmarkt der spätsommerliche Neustart noch nicht zu spüren.

Mit einer Prognose für die nächsten Monate hielt sich Freya Fuckert zurück. Danach sei abhängig von der Witterung voraussichtlich ab November mit einem Anstieg der Arbeitslosenquote zu rechnen.

Für die Kommunale Beschäftigungsagentur (KoBa) informierte Monika Reuschel über den jüngsten Stand der Dinge. Danach seien im September 24 032 Personen in 14 439 Bedarfsgemeinschaften betreut worden - 676 weniger als im Vorjahr. Dies entspreche einer Senkung um 153 Bedarfsgemeinschaften.

Wie die Fachbereichsleiterin Arbeitsmarktpolitik der Halberstädter KoBa-Filiale weiter sagte, sei auch die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten von 20 335 Personen zu Jahresbeginn auf aktuell 18 375 zurückgegangen.

Ebenfalls sinkend ist laut Monika Reuschel der Bestand an Langzeitleistungsbeziehern. Dabei handele es sich um Frauen und Männer, die länger als 21 Monate KoBa-Leistungen in Anspruch nehmen. Mit momentan 75,4 Prozent aller Berechtigten seien dies drei von vier Empfängern.

Die Abteilungsleiterin weiter: " Der stabile Rückgang bei den Aufstockern ist sicherlich ein gutes Ergebnis." Der Trend gehe zu weniger Personen, die zusätzlich zu ihrem Einkommen Hartz IV-Leistungen benötigen. Allerdings betrage deren Anteil an allen erwerbsfähigen Bezugsberechtigten 29,1 Prozent.

Schließlich sei auch die Zahl der auf Transferleistungen angewiesenen Selbstständigen im Vergleich zum Vorjahr um 32,3 Prozent zurückgegangen. Dieser Rückgang resultiere aus den Bemühungen der KoBa, dieses Klientel "für die Tragfähigkeit ihrer Unternehmensideen zu sensiblisieren".