Wernigerode l 35 Jahre ist sie alt. Und ganz schön marode: die Sporthalle in der Feldstraße in Wernigerode. Ihr geht es nun im wahrsten Sinne des Wortes an den Kragen.

Die 1983 erbaute Turnhalle gehört zum Berufsschulkomplex in der Feldstraße und wird gegenwärtig entkernt. Für die Mitarbeiter der beauftragten Gebäudereinigungsfirma aus Torgelow alles andere als einfach. Besonders mühevoll ist beispielsweise das Herausreißen des Turnhallenbodens. Eine Schicht unter dem alten Sportbodenbelag ist sogar belastet. Den Platten aus gepresstem Karton und Glaswollefasern rücken die Arbeiter nur unter Atemschutzmasken zu Leibe. „Bei der Hitze nicht unbedingt angenehm“, sagt Christian Schulze.

Der Vorarbeiter hat mit seinem Team sechs Wochen Zeit für Abriss und Demontage alter Elektroleitungen, Decken, Fußböden, der Abflussrohre und Lüftungsanlagen. „Alles muss raus“, sagt der Vorarbeiter und nennt es „sportlich“, die Entkernung bis zum Ende der 34. Kalenderwoche beziehungsweise 24. August zu schaffen. „Doch wir geben unserer Bestes“, versichert Christian Schulze, greift sich eine Schaufel, um die Gefäße mit einer schwarzen, leicht klebrigen Holzschüttung zu füllen. Der strenge Geruch, so sein Kollege, komme wohl von der darunter liegenden Teerpappe. Er schiebt Karre um Karre voll Dreck hinaus und schüttet ihn in einen Container.

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Wenn die Entkernung abgeschlossen ist, folgt die energetische Sanierung und Modernisierung. Für das umfangreiche Projekt stehen der Kreisverwaltung als Träger der Berufsschul-Sporthalle rund 1,57 Millionen Euro zur Verfügung. 70 Prozent davon werden über das Stark-III-Programm und von der EU gefördert. Den entsprechenden Förderbescheid hatte bereits im Vorjahr Sachsen-Anhalts Finanzminister André Schröder an Landrat Martin Skiebe (beide CDU) im Beisein von Schulleiter Jörg Reimann übergeben. Die Kreisverwaltung selbst steuert für das Sanierungsvorhaben knapp 596 850 Euro bei.

Vollständig barrierefrei

Geplant ist die Dämmung der Außenwand, des Daches, Bodens und der Fenster. Ohne zu großen Aufwand soll der Schnitt des Sanitäranbaus entsprechend des aktuellen Raumbedarfs verändert werden. Schon zu sehen ist, dass Türöffnungen verbreitert wurden.

Vorgesehen ist der Einbau eines rollstuhlgerechten WC‘s, um die vollständige Barrierefreiheit zu erreichen. Wie die Kreisverwaltung weiter mitteilt, erhält der Anbau einen neuen schwimmenden Estrich; in der Turnhalle wird ein neuer Sporthallenboden eingebaut, beides mit Wärmedämmung.

Die Beheizung soll durch ein Fußbodenheizungssystem erfolgen. Im Anbau werden in den Räumen Heizkörper installiert. Der Sanitär- und Duschbereich wird nach modernen Standards eingerichtet, die Licht- und Elektroanlagen werden komplett erneuert.

Während der Bauarbeiten, die bis zum August 2019 dauern sollen, wird der Sportunterricht für die Berufsschüler in die Turnhalle im Gießerweg verlegt. Die Vereine, die in der Halle ihren Trainings- und Wettkampfbetrieb absolvieren, haben Ausweichquartiere angeboten bekommen.

Sicher für Schüler, Tischtennisspieler oder Fußballer das kleinere Übel, wenn man an die früheren Umstände denkt. Zwar wurden in den zurückliegenden Jahren einige Male Fußböden, Dach und Wasserleitungen erneuert beziehungsweise repariert, doch grundlegende Mängel blieben, vor allem bei der Isolierung. So sei es in der Halle im Winter stets bitter kalt gewesen, erinnerte Schulleiter Reimann bei der Fördergeldübergabe.