Orchesterchef Christian Fitzner zieht positive Bilanz und gibt Programmausblick auf 2014

Schlossfestspiele locken mehr Besucher

Von Ivonne Sielaff

Fast 3000 Musikliebhaber haben in diesem Jahr die Wernigeröder Schlossfestspiele besucht. Ein zufriedenstellendes Ergebnis, bilanziert Organisator Christian Fitzner. Für die kommende Saison bringt der Orchesterchef den Dramatiker William Shakespeare ins Spiel, dessen Geburtstag sich 2014 zum 450.Mal jährt.

Wernigerode l Fast 200Musikfreunde mehr als im Vorjahr haben die Veranstaltungen der Wernigeröder Schlossfestspiele besucht. Insgesamt waren es knapp 3000Gäste. "Sehr befriedigend", bilanziert Christian Fitzner, "ich schaue erfreut und wohlwollend zurück".

Bereits das Eröffnungskonzert, die "First Night", sei gut besucht gewesen. Und das obwohl diesmal auch modernere Werke auf dem Programm standen. "Wir möchten nicht immer nur Klassik-Highlights oder Filmmusik spielen. "Es freut mich, dass unsere Auswahl so gut vom Publikum aufgenommen wurde." Besonders die zwei Trompeter in Enjott Schneiders "Vivaldissimo" seien "richtig fetzig" gewesen. Renner beim Publikum waren die Wandelkonzerte im Schloss. Wegen der großen Nachfrage sei kurzfristig sogar noch ein zusätzliches Konzert angeboten worden. "Und trotzdem mussten wir einige Leute wieder nach Hause schicken", berichtet Christian Fitzner. Er selbst habe eine der Veranstaltungen als Zuschauer erlebt und sei begeistert gewesen.

Höhepunkt der Saison war die Mozart-Oper "Don Giovanni". "Die Premiere war leider nicht ausverkauft", bilanziert der Orchesterchef. "Das war schade. Wahrscheinlich müssen wir doch einmal über die Ticketpreise nachdenken." Eine Vorstellung musste wegen des schlechten Wetters in den Marstall verlegt werden und sei schlecht besucht gewesen. Bei einigen Aufführungen im Schlossinnenhof hätten dagegen zusätzliche Stühle aufgestellt werden müssen. Die Zusammenarbeit mit Regisseur Maximilian Ponader lief "super" und "problemlos", wenngleich die Inszenierung des Hamburgers "nicht bei allen Besuchern auf Gegenliebe gestoßen" sei.

Auch die Mitmachaktionen während der Vorstellungen seien vom Publikum unterschiedlich aufgenommen worden. "Aber das war sicherlich eine Intention des Regisseurs", so Fitzner. Mit dem Zuschauerinteresse beim Serenadenkonzert sowie bei der "Last Night" ist Fitzner ebenfalls zufrieden.

Noch steigerungsfähig seien die Familienkonzerte im Marstall. "Für das erste waren 75Prozent der Tickets verkauft, für das zweite80. Wir hätten gern 100Prozent." Dennoch sei es insgesamt eine "erfolgreiche schöne Festspielsaison" gewesen, fasst Christian Fitzner zusammen.

"Ich glaube, die Wernigeröder wünschen sich etwas Lustiges."

Dabei war es für den Chef des Philharmonischen Kammerorchesters und seine Musiker kein einfaches Jahr, stand wegen der Kürzungspläne der Landesregierung die Zukunft des Ensembles auf dem Spiel. Nur noch 2014, so der Plan des Kultusministeriums, sollte das Wernigeröder Orchester mit 341 200 Euro gefördert werden - im Jahr darauf würde diese Summe komplett in die Landesförderung des Nordharzer Städtebundtheaters fließen.

"Vor diesem Hintergrund die Schlossfestspiele vorzubereiten, war sehr schwer für mich", berichtet Fitzner offen. Auf der anderen Seite habe es ihn auch motiviert: "Einfach noch einmal allen zeigen, dass es uns gibt - wer weiß, wie lange noch." Inzwischen aber gebe es aus Magdeburg neue positive Signale. Matthias Puhle vom Kultusministerium haben bei seinem Besuch in Wernigerode eine Landesförderung für fünf Jahre in Aussicht gestellt. "Die Gespräche sind im Moment sehr konstruktiv", so Fitzner noch zurückhaltend. "Das ist nicht selbstverständlich bei der angespannten Finanzlage."

Nach den Schlossfestspielen ist vor den Schlossfestspielen. Die Vorbereitungen für die nächste Saison laufen bereits. Beim Sponsorentreffen im Oktober will Fitzner verkünden, welche Oper im nächsten Jahr aufgeführt wird. "Ich glaube, die Wernigeröder wünschen sich wieder etwas Lustiges."

Von Schloss-Chef Christian Juranek wisse er, dass er etwas Ernstes bevorzuge. "Ich habe mich selbst noch nicht entschieden", so der Orchesterleiter. Ein Bezug zu William Shakespeares 450. Geburtstag im kommenden Jahr sei denkbar. "Vielleicht ¿Romeo und Julia\'. Das Shakespeare-Thema könnte sich durch alle Veranstaltungen ziehen."