Benneckenstein l Zu früh gefreut haben sich tausende Freunde von Schlittenhunderennen und viele Rennteilnehmer auf das Wochenende. Sonnabend und Sonntag, 26. und 27. Januar 2019, sollte es ab 10 Uhr auf der Waldschneise bei Benneckenstein wieder lautstark heißen: „3, 2, 1, go!“ für zahlreiche Schlittenhundegespanne. Daraus wird nun nichts.

Sonntagabend geisterten bereits erste Gerüchte über einen Rennausfall durch Internet und Region. Am gestrigen Montag kam die offizielle Absage vom Veranstalter, dem Sachsen-Anhalter Schlittenhundesportclub (SASC).

„Wir sind selber erschüttert, aber es geht unter diesen Bedingungen nicht anders“, sagt der SASC-Vorsitzende Helmut Gottschlich, etwas niedergeschlagen, auf Volksstimme-Nachfrage. Gründe für die Absage gebe es viele. Da wäre zum Beispiel das Wetter. Für ein Schlittenrennen, wie es sich für Schlittenhunde eigentlich gezieme und in Benneckenstein oft möglich war, gebe es diesen Januar viel zu wenig Schnee. Und für ein Wagenrennen seien die wenigen Zentimeter Schnee wieder zu viel, machten die Strecke, den Trail, zu glatt.

Nur 20 Starter meldeten sich

Die vielen Organisationsprobleme mit Genehmigungen von Umweltbehörde bis Forst oder der Wegfall der Stromversorgung auf der Waldschneise hätte der Verein wohl noch meistern können, so Gottschlich weiter: „Hauptgrund für die Absage ist die zu geringe Zahl gemeldeter Starter und die dadurch fehlende Wirtschaftlichkeit.“ Statt um die 40 Starter wie sonst hätten sich nur um die 20 gemeldet.

Und die müssten auch erst vor Ort entscheiden, ob sie überhaupt starten. „Mit dann vielleicht nur zehn kleinen Gespannen können wir den Besuchern nichts bieten“, so der Vereinschef. Etliche Schlittenhundefreunde, Musher genannt, seien mit ihren Gespannen jetzt in Schweden, in Bayern oder Thüringen, wo es derzeit Schnee in Massen gibt.

„Kein Musher kratzt seinen Urlaub zusammen für eine Rutschpartie in Benneckenstein bei diesem unsicheren Wetter“,  zeigt sich Gottschlich leicht resigniert. Selbst Musher, die den Ausfall des Rennens beklagen, hätten sich selbst, wie sich zeigte, gar nicht angemeldet. „So kann kein Rennen funktionieren“, sagt Gottschlich.

Minusgeschäft für Feuerwehrverein

Benneckensteins Feuerwehrförderverein war lange Partner für die Rennen, zog sich aber diesmal schon im Vorfeld zurück.  „Für uns war das Schlittenhunderennen im letzten Jahr schon ein Minusgeschäft, das kann sich der Verein nicht leisten“, so der Vorsitzende, Bernd Schaefer.

Mit Entsetzen reagierte Wolf-Dieter Polz, Präsident vom Sportverein Reinrassiger Schlittenhunde Deutschland (SRSD) in Berlin auf die Absage. Der Verein organisiert die Schlittenhunderennen in der Westernstadt, fuhr früher auch in Benneckenstein und wechselte wegen diverser Probleme vor Jahren von dort nach Clausthal-Zellerfeld in Niedersachsen.  Das Aus für das 26. Rennen ist aus seiner Sicht hausgemacht. „Es ist eine Schande, eine solche Veranstaltung so herunter zu wirtschaften, dass die Wirtschaftlichkeit nicht mehr gegeben ist“, sagt Polz. Beschränkungen für die Benutzung der Waldschneisen-Wiese, das Fehlen von Strom und auch der teilweise Rückzug des Feuerwehrfördervereins seien irgendwo mit Schuld an der Absage. Damit gehe, so Wolf-Dieter Polz, eine wichtige touristische Veranstaltung im Ostharz verloren.

Kenner werten die Absage inzwischen als schlechtes Omen für künftige Schlittenhunderennen in Benneckenstein. Helmut Gottschlich dazu: „Das sehe ich auch so.“