Aktion für Schulklassen

Schule mal ganz anders

Keine Lust mehr, im stickigen Schulhaus auf das Pausenzeichen zu warten? Dann ist diese Aktion genau das Richtige: Schüler sollen im Harz auf Stempeljagd gehen und dabei die Natur hautnah erleben. Die Volksstimme berichtet über die Touren.

Von Johanna Ahlsleben
Schüler sollen auf Stempeljagd gehen. Dazu erhält jede teilnehmende Klasse ein Stempelheft der Wandernadel. Zudem kann im Klassenraum ein Rubbelposter aufgehängt werden, wie es Thorsten Schmidt zusammen mit Charlotte Dumeier präsentiert.
Schüler sollen auf Stempeljagd gehen. Dazu erhält jede teilnehmende Klasse ein Stempelheft der Wandernadel. Zudem kann im Klassenraum ein Rubbelposter aufgehängt werden, wie es Thorsten Schmidt zusammen mit Charlotte Dumeier präsentiert. Foto: Johanna Ahlsleben

Blankenburg/Wernigerode - Schüler und Lehrer aufgepasst! Der Unterricht im Schulhaus kann manchmal ganz schön langweilig werden, oder? Die Wandfarbe ist tagein, tagaus die gleiche. Und der Polylux fängt in seiner trostlosen Ecke schon Staub. Das Schlimmste aber sind doch die harten Stühle, auf denen man sich täglich mehrere Stunden quälen muss. Wenn draußen dann noch die Sonne lockt, ist es ganz schlimm ...

Wenn das der Fall ist, muss dringend mal ein Tapetenwechsel her. Der Schmidt-Buch-Verlag Wernigerode um Maximilian und Thorsten Schmidt, die Harzer Wandelnadel mit Klaus Dumeier und seiner Tochter Charlotte sowie die Harzer Volksstimme machen es möglich. Mit einer naturnahen Aktion rund um die Harzer Wandernadel.

Die Idee: Zehn Klassen aus dem Harzkreis, egal ob Grundschule, Sekundarschule oder Gymnasium, erhalten die Chance, Harzer Wanderkönig zu werden. Um das Abzeichen zu erreichen, muss jeder Klassenverband insgesamt 50 unterschiedliche Stempel in einem bestimmten Zeitraum sammeln. Alles, was die Schüler brauchen, sind ihre gesunden Beine und ihr Köpfchen.

Was erreicht werden soll

„Ziel der ganzen Aktion ist es nicht, so schnell wie möglich alle nötigen Stempel zusammenzubekommen, sondern dass die Schüler die Region um sie herum kennen- und schätzenlernen“, erläutert Maximilian Schmidt den Hintergrund. Der Spaß am Lernen in der Natur solle bei dem ganzen Projekt im Vordergrund stehen.

Da die Stempelstellen der Harzer Wandernadel sehr viele Anknüpfungspunkte an die Themen des Lehrplans bieten, eignen sie sich somit für einen fächerübergreifenden Unterricht. So kann auf den Wanderwegen des Harzes nicht nur Sachkunde, sondern beispielsweise auch Deutsch- oder Geschichtswissen vermittelt werden. Im Fach Physik bietet sich ein Ausflug zur 62. Station der Wandernadel förmlich an. Warum? Ganz einfach: Dort können die Jungen und Mädchen etwas über das Pumpspeicherwerk Wendefurth unweit der Rappbodetalsperre lernen.

Auf den Spuren von „Faust“

Oder sie gehen auf eine geschichtliche Exkursion und wandern zur über 800 Jahre alten Burgruine Anhalt in der Nähe von Ballenstedt und Harzgerode. Diese hatte Albrecht I., besser bekannt unter dem Namen Albrecht der Bär, nach ihrer Zerstörung wieder aufgebaut. Dadurch wurde die Burg eine der größten Befestigungsanlagen im gesamten Harz.

Interessante Fakten über den Luchs oder den Wolf können die Schüler auf den Naturmythenpfad bei Braunlage erfahren. Auch für den Deutschunterricht gibt es mehrere Anlaufpunkte: So dürfen sie zum Beispiel auf den Wegen des Dichters Heinrich Heine ihre Heimat erkunden und dabei sogar noch etwas Wissenswertes erfahren. Steht zum Beispiel Goethes „Faust“ gerade auf dem Lehrplan, bietet sich eine Wanderung auf den Brocken an.

Um die 50 Stempel zusammenzubekommen, muss nicht zwingend der gesamte Klassenverband losstürmen. Die Lehrer können beispielsweise auch Arbeitsaufträge an einzelne Gruppen oder Schüler verteilen, die dann bei den Touren durch den Harz gelöst werden sollen.

Für die Wanderungen erhält jede teilnehmende Klasse jeweils ein Stempelheft von der Harzer Wandernadel. Wer es gerade nicht zur Hand hat, kann auch auf einem Papier stempeln und dieses anschließend einkleben.

Rubbelposter als Zugabe

Zudem bekommt jede Klasse vom Schmidt-Buch-Verlag ein Rubbelposter zur Verfügung gestellt. Dieses können die Schüler zum Beispiel im Klassenraum aufhängen. Darauf ist eine große Wanderkarte des Harzes im Maßstab 1:100 000 zu sehen. Unter dem grauen Rubbellack verstecken sich die insgesamt 222 Stempelstellen der Harzer Wandernadel sowie die acht unterschiedlichen Wanderabzeichen, sagt Thorsten Schmidt.

Das des Wanderkönigs, was zu erreichen ist, findet Charlotte Dumeier, Mitarbeiterin bei der Harzer Wandernadel, am schönsten: „Da kann man sich nämlich die Farben der Steine, die auf dem Abzeichen sind, selbst aussuchen.“ Jede erreichte Station kann anschließend auf dem Poster freigerubbelt werden.

Bewerbungen bis 10. Juni

Entstanden sei die Idee für diese Aktion, als Maximilian Schmidt im Internet auf einen Lehrer aufmerksam geworden war, der das Rubbelposter ebenfalls in seinen Unterricht integriert habe, verrät sein Vater Thorsten. „Clever“ habe er sich gedacht und bei der Harzer Wandernadel nachgefragt. Kurzerhand sei auch deren Team mit im Boot gewesen. Das Team der Volksstimme wiederum baut die Brücke zur Öffentlichkeit. Die Reporter werden die Aktion und einige Wanderungen mit Beiträgen begleiten.

„Nun sind wir gespannt, ob die Lehrer und Schüler darauf Lust haben“, sagt Verlagschef Thorsten Schmidt. Er hofft auf viele motivierte Klassen, die Lust darauf haben, Wanderkönig zu werden.

Die Aktion startet , wenn alle Klassen ihr Material erhalten haben und endet voraussichtlich mit dem letzten Schultag des Lernjahres 2020/21. Hat bis dahin noch keine Klasse das Ziel der 50 Stempel geknackt, kann die Laufzeit auch verlängert werden.