Wernigerode l Gerade für Senioren, Schwangere und Kinder sind sie wichtig: Sitzbänke. In der Nöschenröder Straße in Wernigerode freuen sich die Bewohner und Mitarbeiter des Seniorenheims „Sonneck-Harzfriede“ über zwei neue Bänke auf dem gerade ausgebauten, behindertengerechten Fußweg. Insbesondere stadtauswärts sei die Sitzgelegenheit an der Ecke Burgberg/Nöschenröder Straße für die Senioren, für deren Angehörige als Rollstuhlschieber und auch für Bewohner und Besucher „ein Geschenk des Himmels“, wie Monika Bauer vom Heimbeirat mitteilt.

Im Sozialausschuss am Donnerstag informierte Inga Volkmann über die Bänke in Wernigerode. „489 Bänke stehen in Wernigerode und den Ortsteilen, davon 400 in der Kernstadt“, sagte die Mitarbeiterin des Gartenamtes.

Weiße Flecken in Hasserode

Auf einer Karte und mit Hilfe zahlreicher Fotos zeigte sie, wo sich die Sitzmöglichkeiten im Stadtgebiet befinden. Besonders im Stadtfeld und in Hasserode befinden sich wenige Bänke. „Das liegt vor allem daran, dass die Verwaltung keine Grundstücke in diesen Bereichen besitzt, wo sie Bänke aufstellen könnte“, erläuterte sie. Mit den Jahren seien immer wieder Sitzgelegenheiten abgebaut worden, vielfach auf Wunsch der Anwohner, die sich an den nächtlichen Nutzern der Bänke stören.

Die Vielfalt der Modelle stelle sie und ihre Kollegen immer wieder vor neue Herausforderungen. Von 32 „Kühn‘schen Bänken“ auf dem Boulevard über die laut Inga Volkmann „sehr Vandalismus-anfälligen“ Nostalgiebänke im Lustgarten bis hin zu „Lümmelbänken“: „Immer wieder sind es andere Hersteller und andere Werkzeuge sind notwendig, um beschädigte Bänke zu reparieren“, sagte sie. Im Laufe der Jahre seien bei der Umgestaltung einzelner Wohngebiete neue Modelle angeschafft worden. Ein Beispiel sei die Sitzbank an der Blumenuhr. Hübsch anzusehen sei sie, aber, so Inga Volkmann: „Kaugummis und Zigarettenkippen fallen zwischen den Holzlatten auf den Kies. Dieser muss laufend gereinigt werden.“ Das koste Zeit und Geld. Die Zusammenarbeit mit dem Tiefbauamt laufe gut und unkompliziert, betonte sie. Ihrer Meinung fehle es besonders an höheren Seniorenbänken.

Zwei Kilometer sind zu weit

Sozialamtsleiterin Petra Fietz regte an, entlang der Friedrichstraße und am Stillen Wasser zu überprüfen, ob dort noch Bänke aufgestellt werden können. „Ich habe erst gestern einen Senioren im Auto mitgenommen. Die älteren Leute in Hasserode müssen teilweise zwei Kilometer zu Fuß zurückgelegen, um einzukaufen. Das ist zu viel“, so Petra Fietz.

Hintergrund: Nachdem vier Sitzbänke am Platz des Friedens im März abgebaut worden waren, entbrannte eine Debatte über die Sitzgelegenheiten. Die Bänke wurden im Juni nach dem Protest der Senioren wieder aufgebaut.