Wernigerode l Ohne Kostensteigerung bauen, auf den Tag genau fertig werden - das gelingt nicht jedem. Sandra Lewerenz, die Geschäftsführerin der Gemeinnützigen Gesellschaft für Sozialeinrichtungen in Wernigerode, kann solche Projekte vorweisen. "Haus Anna ist 2017 auf den i-Punkt fertig geworden, ohne Verzug und Mehrkosten wohlbemerkt", sagt die 47-Jährige. Seit 2016 leitet sie die GSW. Haus Anna am Küsters Kamp, wo alkoholkranke Männer mit sozialen und gesundheitlichen Folgeerscheinungen betreut werden, war ihr erstes Großprojekt, das sie in der Umsetzung begleiten durfte.

Es war nicht das einzige große Vorhaben, das 2017 abgeschlossen wurde: Eine Million Euro hat die GSW in den Brandschutz am Pflegeheim in der Ernst-Pörner-Straße investiert. So konnten dort mehr als 60 neue Türen, Brandmeldeanlagen und zwei Treppentürme ein- und angebaut werden. "Auch hier eine finanzielle Punktlandung in zwei Bauabschnitten", resümiert sie. "Und nicht ein Bewohner hat sich beschwert, im Gegenteil: Sie waren regelrecht traurig, als die Bauarbeiten ihre Sachen packten."

Kooperation mit Familienzentrum

2017 konnte eine Kooperation mit dem Familienzentrum geschlossen werden. Zudem wurde im Walter-Grosse-Ring eine neue Begegnungsstätte in Zusammenarbeit mit der Wernigeröder Wohnungsgenossenschaft eröffnet. "Die GSW will stadtteilorientiert Betreuung anbieten und Möglichkeiten der Begegnung für Senioren schaffen", erläutert Sandra Lewerenz.

In den vergangenen Monaten sei die GSW "komplett digitalisiert" worden. "Wir haben entbürokratisiert und uns auf ein strukturiertes Informationssystem umgestellt", sagt sie. Ein neuer Server, neue Datenleitungen, mobile Stationen auf den Fluren - auch aus dem Pflegebereich sei die Digitalisierung nicht mehr wegzudenken. "Unser mobiler Dienst ist mit Tablet-PCs ausgestattet." Die Umstellung sei ohne Probleme gelungen. Ein neuer Mitarbeiter habe das aktuelle System auf der Sozialstation umgesetzt, die Pflegeheime sollen 2018 nach und nach folgen und mit dem zentralen Server vernetzt werden. "Wir fangen keinen Eiertanz an", sagt die Eislebenerin. "Wir haben ein anwenderfreundliches System ausgesucht und die Mitarbeiter aus der Praxis von Beginn an mit einbezogen." Die Kollegen seien bereits geschult und in die neuen Abläufe eingebunden.

2018 setzt sie weiterhin auf Fort- und Weiterbildung. Bis zu 15 Mitarbeiter werden in Kooperation mit der Akademie Überlingen in über 700 Stunden über fünf Jahre lang zu geronopsychologischen Fachkräften qualifiziert, die besonders auf Menschen mit Demenz eingehen können.

4,5 Millionen Euro für Investitionen

Für 2018 hat die GSW-Chefin einiges auf der Agenda stehen: 4,5 Millionen Euro werden investiert, 3,2 Millionen Euro alleine in die neue Tagespflege mit Wohngemeinschaften auf dem Argenta-Areal in Hasserode. Eine halbe Million wird die GSW für Instandhaltungsarbeiten aufwenden. Zudem werden die IT-Infrastruktur, der Brandschutz im Caroline-König-Stift, die Ausstattung der Bewohnerzimmer, die Renovierungvon Fluren und Bädern, die Außenfassade am Plemnitzstift und der Fahrstuhl für Sankt Georg erneuert.

Schade finde sie, dass viele teure Neuerungen unsichtbar oder unbeachtet blieben wie Brandschutzvorkehrungen oder zwei neue Fettabscheider, die in die Küchen im Stadtfeld und in der Burgbreite eingebaut wurden. Kosten: Jeweils 100.000 Euro.

Derzeit sei sie auf der Suche nach einem neuen Domizil für die Sozialstation. Im aktuellen Gebäude in der Salzbergstraße sei es zu eng. "Dort arbeiten zwischen 40 bis 50 Mitarbeiter. Wir brauchen Platz für unseren Fuhrpark mit 30 Autos", sagt sie. Sie habe eine Immobilie im Blick.