Hasselfelde l Sie sind mit einem Schrecken davongekommen. Zwar ist ihr Haus nach dem Brand in Hasselfelde in der Nacht zum Dienstag (9. Februar) unbewohnbar. Doch der vierköpfigen Nachbarfamilie des bei dem Unglück Verstorbenen geht es den Umständen entsprechend gut. „Das ist das Wichtigste: Meine Eltern, mein Bruder, unsere zwei Hunde und ich haben dank der Hilfe meiner Oma vorerst eine Bleibe in einem Haus im Feriendorf Blauvogel gefunden“, berichtet Lina Kutzner.

Die 19-jährige Tochter der Familie, wie ihr Bruder Mitglied der Hasselfelder Wehr, erinnert sich noch genau an die schrecklichen Momente vom Montagabend: „Wir waren alle vier zu Hause, als wir die Sirene hörten.“ Die Geschwister seien sofort auf die Straße geeilt und hätten gesehen, wie die Flammen aus dem direkt angrenzenden Nachbarhaus schlugen.

„Da ich bemerkte, dass da noch jemand drin ist, haben wir die Tür aufgebrochen – doch leider vergeblich“, sagt die junge Frau. Sie selbst musste mit einer Rauchgasvergiftung in ein Krankenhaus eingeliefert werden, konnte aber mittlerweile zu ihrer Familie zurückkehren.

Wasserschaden und Loch in Hauswand

Wann Kallmeyers – so heißen Lina Kutzners Eltern – wieder in ihr Haus an der Blankenburger Straße können, stehe derweil noch in den Sternen: „Das Dach ist ziemlich angeschlagen, dazu haben wir wegen des Frostes einen Wasserschaden“, berichtet die Tochter.

Am schlimmsten erwischt habe es ihr Zimmer, das direkt an die Brandruine grenzt. „Mein Stiefvater hat ein Loch in der Wand notdürftig geflickt. Doch wir konnten nicht allzu viel retten.“ Küche und Wohnzimmer sähen dagegen noch relativ gut aus. Ein Trost bleibt jedoch für Lina Kutzner nach dem tragischen Unglück: „Unsere Haustiere – zwei Hunde, zwei Katzen, Meerschweinchen und Hasen – haben überlebt und sind nun bei Verwandten untergebracht.“ Sie, ihre Eltern und ihr Bruder seien einfach dankbar, dass Feuerwehr, Verwandte und Freunde, aber auch andere, der Familie so schnell geholfen haben.

Denn, wie Pfarrer Karsten Höpting ergänzt, solle die Spendenaktion der Kirchengemeinde Hasselfelde nicht nur dem Vater des beim Brand verstorbenen 26-Jährigen (die Volksstimme berichtete am Dienstag und Mittwoch), sondern auch der Nachbarfamilie zu Gute kommen. Geldspenden könnten mit dem Betreff „Brandhilfe“ auf das Gemeinde-Konto mit der IBAN DE59 8105 2000 0360 3112 45 überwiesen werden.

Schon viele Hilfsangebote

Sachspenden werden zu den Bürozeiten – donnerstags von 10 bis 11 Uhr und dienstags von 10 bis 11 sowie 15 bis 16 Uhr – im Pfarramt an der Blumenaustraße entgegen genommen. Höpting bittet dazu um vorherige Absprache zu eben jenen Zeiten unter Telefon (03 94 59) 7 13 71. „Wir haben schon sehr viele Angebote erhalten – von Kleidungsstücken bis hin zu Geschirr“, berichtet der Pfarrer.

Ein Brandursachenermittler des Polizeireviers Harz war zwar am Dienstag (9. Februar) in der Ruine des Hauses, in dem das Feuer ausgebrochen war, konnte aber keine Spuren sichern. Das nach den Löscharbeiten bei knackigen Minusgraden eingefrorene Objekt könne erst bei milderer Witterung untersucht werden, so ein Sprecher der Beamten.

Der Frost hatte auch den mehr als siebeneinhalbstündigen Einsatz der Feuerwehr am Montagabend erschwert: Schläuche, Stahlrohre und Pumpen froren binnen kürzester Zeit und mussten ersetzt werden. Bei dem Brand starb ein Hausbewohner, sein Vater überlebte und ist vorerst in der Westernstadt Pullman City untergekommen.