Wernigerode l Jetzt tickt‘s wieder richtig in Wernigerode. Die Blumenuhr ist frisch mit Stiefmütterchen und Hornveilchen bepflanzt. Die Zeiger sind montiert. Der beliebte Treff hinter dem Rathaus ist nach der Winterpause wieder ein echter Hingucker.

Die Mechanik des Zeiteinzeigers haben dagegen bisher erst wenige zu Gesicht bekommen. Einer von ihnen ist Thomas Günnel. Der Bauhof-Mitarbeiter kennt das Allerheiligste der Wernigeröder Blumenuhr wie seine Westentasche, ist der doch für die Elektrik zuständig. „Die Uhr funktioniert eigentlich nach einem ganz simplen Prinzip“, sagt Günnel. Der Motor erhält jede Minute einen Impuls von der Mutteruhr und setzt mehr Mikroschalter den Zeiger in Gang.“ Wer die Ohren spitzt, kann sogar das Geräusch hören. Die Uhr sei mit der Rathausuhr über eine Funksteuerung synchronisiert. „Das heißt, wenn im Rathaus die Uhr schlägt bewegen sich auch hier die Zeiger“, so Günnel.

Ärgerlicher Vandalismus

Diese haben in diesem Jahr übrigens keinen frischen Anstrich bekommen, die alte Farbschicht war noch nicht verschlissen. „Wir streichen die Zeiger aber regelmäßig.“ Die Farbgebung werde dabei mit dem Gartenamt auf die jeweiligen Blumengestaltung abgestimmt. „Ansonsten ist die Uhr wartungsfrei“, sagt Günnel. Was dem Mitarbeiter des Bauhofs allerdings Jahr für Jahr zu schaffen macht, ist der Vandalismus. „Das ist ärgerlich, weil wir die Schäden dann wieder aufarbeiten müssen.“

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Historischer Standort

Die Blumenuhr wurde in den 1970er Jahren von dem Ilsenburger Turmuhrmacher Paul Lis konstruiert und erfreut seither Wernigeröder und Gäste. 2012 sollte das Areal zwischen Rathaus und Schiefem Haus umgestaltet werden. Die Pläne sahen damals vor, dass die Blumenuhr von ihrem historischen Standort verschwindet. Die Wernigeröder kämpften für ihren Erhalt. Mit Erfolg.