Wernigerode (dl) l Im Tarifstreik zwischen der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und der Abfallwirtschaft Nordharz GmbH verschärfen sich die Töne wieder. Die am Freitag, 1. Novemerb, geplanten weiteren Tarifgespräche sollen nach Gewerkschaftsangaben von einem Warnstreik begleitet werden, weil die Arbeitgeberseite, so die Sicht der Gewerkschaft, ein verbessertes Angebot verweigere. „Wenn nach drei Warnstreiktagen die Arbeitgeberseite mit einem Terminvorschlag reagiert, der eine Woche nach unseren Warnstreiks liegt, muss an der Ernsthaftigkeit der Verhandlungsbereitschaft gezweifelt werden“, so Verdi-Verhandlungsführer Marcus Borck.

Weder während der Arbeitsniederlegungen, noch in den vergangenen Tagen hätten die Verhandlungspartner einen Versuch unternommen, auf die Streikenden zuzugehen. Stattdessen seien Leiharbeitnehmer eingesetzt worden, um die bereits sichtbaren Entsorgungsprobleme zu minimieren.

„Bei der nach wie vor hohen Streikbereitschaft der Beschäftigten und dem Unverständnis über das Vorgehen der Geschäftsführung ist es nur folgerichtig, die Verhandlungen am 1. November mit einem Warnstreik zu begleiten“, ergänzt Dagmar Huhn, Verdi-Gewerkschaftssekretärin im Bereich Ver- und Entsorgung.

Streik ab 5 Uhr früh

Geplant sei, am Freitag mit Beginn der Frühschicht ab 5 Uhr die Arbeit niederzulegen und vor den Toren des Unternehmens in Reddeber den Verhandlungsverlauf zu verfolgen. „Wir erwarten ein abschlussorientiertes Angebot, eine Hinhaltetaktik werden wir nicht zulassen“, betont Borck.

Verdi fordert unter anderem für die mittleren Einkommensgruppen eine Erhöhung der Stundenlöhne um 2,50 Euro und bezeichnet das bisherige Arbeitgeber-Angebot als unzureichend. Aktuell liege das Einstiegs-Lohnniveau für Müllmänner bei unter zehn Euro.