Kleines Jubiläum für Züchter Bernd Rettmer

Tauben als Zeichen der Liebe

Von Andreas Fischer

Bernd Rettmer aus Reddeber feiert ein kleines Jubiläum. Bereits zum 100. Mal ließ der Taubenzüchter seine Vögel bei einer Hochzeit gen Himmel steigen – als Zeichen des Glücks.

Wernigerode/Reddeber. Es war vor drei Jahren, als jemand aus der in Stiege beheimateten Verwandtschaft Bernd Rettmer bat, einige seiner weißen Tauben anlässlich einer Hochzeit gen Himmel fliegen zu lassen. Das sprach sich schnell unter seinen Freunden und Verwandten herum, so dass der Reddeberaner kürzlich ein kleines Jubiläum feierte. Als gegen 12 Uhr Katja und Torsten Müller aus Wittenberg das Wernigeröder Standesamt verließen, stand Bernd Rettmer wieder vor der Rathaustreppe und überreichte dem jungen Paar die Glücksbringer.

"Es gibt nichts Schöneres für ein frisch vermähltes Brautpaar, als einen Schwarm weißer Tauben zum Zeichen ihrer Liebe und ihres vollkommenen Glücks zum Himmel fliegen zu lassen", so der 59-jährige Bauarbeiter, der seit seinem sechsten Lebensjahr diese Tiere züchtet und damit schon bei unzähligen Ausstellungen Pokale und Preise erhielt. Die Tauben verkörperten seit jeher in unser Kultur Liebe, Glück und Frieden. Sie seien ein Symbol der Hoffnung, meint er.

Mit einer Rede, in der er das Brautpaar mit zwei verliebten Tauben verglich, einer Urkunde, einem Hufeisen als Glücksbringer und mit einem Lächeln auf den Lippen wünschte er viel Glück. Blumen würden verwelken, Geldgeschenke ausgegeben, aber der Moment, in dem die weißen Tauben vom Brautpaar freigelassen werden, bleibe ewig in Erinnerung, ist er überzeugt.

Bernd Rettmer züchtet nicht nur Tauben. Insgesamt hat er davon derzeit 70. Zehn weiße lässt er jedes Mal aufsteigen, wenn er zu einem Brautpaar gerufen wird. Daneben betreut er noch zehn Kühe und 30 Zwerghühner, die allerdings nur kleine Eier legen und ihm trotzdem ans Herz gewachsen sind. Für die Enkelkinder hält er zwei Ponys. Seine weißen Tauben werden das nächste Mal am 3. Oktober gen Himmel fliegen. Das werde während einer Einheitsfeier sein, kündigt er an. In welchem Ort er das Fest umrahmen wird, verrät er noch nicht. Dies soll, wie mit den Organisatoren abgesprochen, eine Überraschung sein.