Wernigerode l Deutschland stöhnt nicht nur unter der Rekordhitze von Hoch „Yvonne“ – vielerorts werden auch neue Temperaturrekorde markiert. So unter anderem auf dem Brocken: Dort purzelte am Donnerstag, 25. Juli, um exakt 12.31 Uhr der im August 2012 gemessene Rekord von 29,0 Grad Celsius. Rüdiger Manig, Wetterbeobachter des Deutschen Wetterdienstes (DWD), erfasste mit seinen elektronischen Messgeräten exakt 29,7 Grad Celsius. Damit kletterte der vor sieben Jahren aufgestellte bisherige Rekord auf dem 1141 Meter hohen Berg gleich um 0,7 Grad.

Während es auf dem Harzer Berg damit vergleichsweise kühl blieb, war im Tal Schwitzen ohne Ende angesagt. Das Hochdruckgebiet ließ die Quecksilbersäule im Harz auf Werte zwischen 35 und 38 Grad Celsius klettern. Was nichts gegen die 42,6 Grad Celsius im Emsland war, mit denen ein neuer Bundesrekord aufgestellt wurde. Wer konnte, steuerte eines der Freibäder an oder suchte zumindest ein schattiges Plätzchen.

Was mehr als ratsam war. Schließlich setzt die extreme Hitze aktuell nicht nur Menschen mit Kreislaufproblemen mächtig zu. „Etwa 20 Prozent der aktuell in der Wernigeröder Notaufnahme zu behandelnden Patienten suchen das Harzklinikum wegen Beschwerden im Zusammenhang mit der Hitze auf“, berichtet Kliniksprecher Tom Koch und nennt Zahlen: Bei täglich bis zu 60 Patienten seien das zwölf Hitze-Leidende. Darunter sei dieser Tage auch ein richtiges Hitze-Opfer gewesen, das mit einer Körpertemperatur von 41,8 Grad Celsius eingeliefert worden sei und derzeit auf der Intensivstation behandelt werde.

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Obst und Wasser i Harzklinikum

Daneben stöhnen auch Patienten und Mitarbeiter auf den normalen Stationen. Für die Kranken stünden ständig Getränke wie Wasser und Tees zur Verfügung, spreche medizinisch nichts dagegen, gebe es auch Säfte. „Das Personal achtet auf regelmäßiges und ausreichendes Trinken.“ Auch beim Speiseplan werde die Hitzewelle berücksichtigt. Aktuell gelte ohnehin der Sommerspeiseplan mit eher leichter Kost. Dazu gebe es frisches Obst, derzeit vor allem Kirschen und Melone sowie Kaltschale und kalter Grießbrei. In den Zimmern sei es natürlich heiß – trotz der Außenjalousien, die einen Teil der Sonnenstrahlung abfangen.

Apropos zusetzen: Die Hitze lässt dieser Tage nicht nur Menschen stöhnen und Tiere leiden, auch handfeste bauliche Schäden werden wieder registriert. So haben sich auf einem Weg zwischen Reddeber und Langeln erneut Betonplatten gehoben.