Wernigerode l Viel Drama um ein Lama: Ein Bettler hat in den vergangenen Tagen mit seinem Tier für Aufregung in der Breiten Straße gesorgt. Der Mann stand mit dem angeleinten Lama auf Wernigerodes Bummelmeile und bat um Geld für Tierfutter.

Während einige Passanten das Gespräch mit dem Bettler suchten, störten sich andere an der Art und Weise, wie er das Lama behandelte. „Er hielt es ganz kurz angebunden, zerrte es hinter sich her“, schildert eine Wernigeröderin gegenüber der Harzer Volksstimme. Zudem habe das Tier nicht ausreichend Wasser erhalten. Besorgte Passanten schalteten sogar das Veterinäramt in Halberstadt ein.

Der Vorgang des Bettelns werde nicht durch das Tierschutzgesetz geregelt. Die Zurschaustellung des Lamas sei jedoch „tierschutzrechtlich zu bewerten“, sagt Amtstierarzt Dr. Rainer Miethig auf Volksstimme-Nachfrage. Eine solche Zurschaustellung müsste von der zuständigen Veterinärbehörde genehmigt werden. „Gehen Hinweise auf tierschutzrechtliche Verstöße ein, wird diesen in Form einer Vor-Ort-Kontrolle nachgegangen“, informiert Miethig.

Das war im Fall des Lamas in der Breiten Straße nicht mehr notwendig. Denn die Mitarbeiter des Wernigeröder Ordnungsamtes waren schneller.

„Es wurde ein Platzverweis gegen den Mann ausgesprochen“, informiert Tobias Kascha. Betteln, ob mit oder ohne Tiere, sei in Wernigerode weder erlaubt, noch werde es geduldet, so der Chef des Oberbürgermeister-Büros. Deshalb seien die Ordnungsamts-Mitarbeiter eingeschritten.

Das Lama habe sich laut Amtstierarzt Rainer Miethig in einem „guten Ernährungszustand“ befunden.