Festival Fantasia

Das Festival ist ein neues, von bekannten Fantasy-Veranstaltungen losgelöstes, eigenes Konzept in Form eines Storyboards und damit eigenen Drehbuchs, welches eine eigene Geschichte zum Festival beinhaltet, ein „Miteinander“ aller zur Veranstaltung gehörenden Akteure, Markttreibenden, Rollenspieler als auch Fantasy-Gewandete Besucher darstellt und dazu animiert, Teil der Geschichte zu sein.

Quelle: www.festival-fantasia.de

Wernigerode l Das Festival Fantasia findet künftig nicht mehr in Schierke statt. Das teilen die Produzenten auf ihrer Facebook-Seite mit. Das Festival sei vom Veranstalter, der Wernigerode Tourismus GmbH (WTG), nicht mehr vorgesehen, heißt es dort weiter. Der Schierker Kurpark war 2015 und 2017 Kulisse für das Fantasy-Spektakel mit etwa 300 Akteuren. Für 2019 war die dritte Auflage im Wernigeröder Ortsteil geplant.

Roman Müller von der WTG bestätigt das Aus des mehrtägigen Festivals auf Volksstimme-Nachfrage. „Wir haben im November ausgewertet, uns lange Gedanken gemacht“ , so der Vize-Chef der Tourismus GmbH. Den Ausschlag hätten die „nackten Zahlen“ gegeben. „Wir mussten den Tatsachen ins Auge schauen.“

Kurzum: Das Festival Fantasia ist der WTG zu teuer. Für die städtische GmbH seien Kosten für Produktion, Infrastruktur, Stromversorgung, Security, Gema und die Gagen der Künstler angefallen. Konkrete Zahlen will Roman Müller nicht nennen, spricht aber von einer hohen fünfstelligen Summe. Vom finanziellen Aufwand sei das Festival damit mit den Walpurgisfeierlichkeiten im Schierker Kurpark vergleichbar, die ebenfalls von der WTG ausgerichtet werden.

Jedes Mal fast eine Kleinstadt aufgebaut

Bei diesen Veranstaltungen arbeite die WTG auf eigenes finanzielles Risiko. Wie in 2015, als ein Sturm wütete, als der Höhepunkt des Fantasia-Festivals am Abend ausfiel und deshalb die Besucherzahlen unter den Erwartungen blieben. Auch 2017 stand trotz 4500 Besuchern am Ende ein Minus. Was im kulturellen Bereich allerdings nicht ungewöhnlich sei, wie Roman Müller sagt. „Die wenigsten Veranstaltungen sind kostendeckend.“

Zu den Ausgaben komme organisatorische Aufwand, der von der von der städtischen Tochtergesellschaft zu bewältigen war. „Wir haben da jedes Mal fast eine Kleinstadt aufgebaut“, sagt Müller. Mit Stromaggregat, um etwa 70 Buden mit Strom und den Kurpark mit Licht zu versorgen, dazu die Bereitstellung von Wasser und die Entsorgung von Abwasser, Toiletten und Absperrungen. Für die Pferde hätten zudem extra eingezäunte Flächen vorgehalten werden müssen. „Der Aufwand war immens. All das hat uns am Ende bewogen, uns als Veranstalter zurückzuziehen – auch wenn wir es bedauern.“

Absage kein Todesstoß für Festival

Bedauern herrscht ebenso bei den Produzenten der Veranstaltung in Duderstadt. „Wir sind alle traurig“, sagt Ramona Große, die das Konzept für das Festival Fantasia entwickelt hat. „Wir wären natürlich gern in Schierke geblieben. Aber wir müssen die Entscheidung akzeptieren. Leider.“

Trotz der Enttäuschung verliert Große keine bösen Worte. Im Gegenteil. „Mit der Wernigeröder Tourismus GmbH hatten wir, die Zeitläufer Eventproductions und der Veranstaltungservice Oppermann, einen fantastischen Partner an unserer Seite.“ Sie sei dankbar für die „wundervolle“ Zusammenarbeit. Die Veranstaltung sei über die Jahre gewachsen, habe viele Zielgruppen im In- und Ausland angesprochen. Fans, die nun um die Fortsetzung bangen.

Die Absage aus Wernigerode sei jedoch keinesfalls Todesstoß für das Festival Fantasia, versichert Ramona Große. „Wir schreiben das Festival für interessierte Veranstalter aus.“ Es gebe bereits „sehr viele Anfragen“, vor allem aus dem süddeutschen Raum.

Auch für Roman Müller und die WTG ist das Thema Fantasy noch nicht gestorben. „Da bleiben wir weiter dran.“ Vor allem, weil sich der Kurpark dafür bestens eigne. „Die Atmosphäre dort ist einfach toll. Deshalb wollen wir andere Formate finden, die sich besser realisieren lassen.“