Hasselfelde l „Zu sehen ist noch nichts, aber die Arbeiten am Fundament haben begonnen“, sagt Wolfgang Hagenberger etwas ungeduldig. Vermutlich wollte er mit dem Bau des neuen Forts im oberen Teil der Westernstadt schon weiter sein. Allerdings ist es auch nicht die einzige Baustelle seiner Stadt in diesem Jahr.

Fertig ist zum Beispiel bereits ein nagelneues Gehege für die im Streichelzoo beliebten Ziegen. Sie wurden immer mehr, und sie bekamen nun sogar einen eigenen Saloon. Mit Tischen, Stühlen und Schränken darin, in denen die Zicklein stöbern und von Kindern beobachtet, gestreichelt werden können. „Wir haben gemerkt, dass viele in den Streichelzoo wollen und deshalb das Gehege völlig neu gebaut“, so Hagenberger. Dazu entstand eine „Kinderwagen-Area“, in der Babywagen sicher abgestellt werden können, und ein unübersehbares Hundeverbotsschild für den Streichelzoo.

Fast fertig ist auch ein anderes Großprojekt – die Verdopplung der Fläche für die Verwaltung der Stadt. „Wir brauchen einfach mehr Platz, um professioneller arbeiten zu können“, erläutert Hagenberger. So sollen die Absprachen mit Künstlern und Agenturen für etwa hundert Events nicht mehr quasi zwischen Tür und Angel, bei laufendem Kundenbetrieb, geführt werden, sondern separat in ruhiger Atmosphäre.

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Bettenzahl stiegt auf mehr als 400

Ähnliches gelte für die Lehrausbildung. Es habe bisher keine Extra-Räume gegeben, in denen die Auszubildenden - derzeit sind es acht - sich zurückziehen und lernen, Gelerntes vertiefen konnten. Der Ausbau der Verwaltung ist fast geschafft. Zehn weitere Hotelzimmer entstehen in der neuen Etage gleich mit. Sie lassen die Bettenzahl des Tourismusmagneten auf gut 400 steigen.

Gebraucht werden sie, um die Zahl von rund 250.000 Besuchern pro Jahr weiter stabil zu halten. Und vor allem auch, um Gastgeber für Familien zu sein, was Hagenberger sehr am Herzen liegt, wie er betont.

Deshalb entsteht neben Außenspielplatz und Indoor-Spielwelt jetzt auch noch ein Wasserspielplatz – mit Planschbecken für Kinder, Wasserfall und einem großem Wasserrad. Die Fertigstellung des neuen Spielplatzes ist noch für diese Saison geplant, die laut Hagenberger recht gut anlief.

Größtes Quadtreffen Deutschlands

Gerade waren rund 3000 Quadfahrer aus mehreren Ländern mit mehr als tausend Fahrzeugen bei einem Treffen in Pullman City Harz. Darunter – und darüber freut sich Hagenberger besonders – mehr als 200 Kinder, von denen viele ebenfalls Quad fahren. „Wir sind nicht nur das größte, sondern auch das familienfreundlichste Quadtreffen Deutschlands, wenn nicht Europas“, meint der Westernstadtchef nicht ohne Stolz.

Bei den ersten Quadtreffen seien nur um die 50 Kinder dabei gewesen, heute also das Vierfache, rechnet Hagenberger vor. Und: Die Szene sei friedlicher geworden, die wilden Zeiten mit ganz wilden Fahrten gehörten der Vergangenheit an. Es gehe immer mehr um den Fahrspaß für alle, auch für die Kinder. Für 2018 hat Hagenberger erneut die Eintrittsfreiheit für Kindergruppen aus Schulen und Einrichtungen erneuert. Ebenso die Eintrittsfreiheit für Bewohner der Oberharzstadt. Als Nächstes stehen ein Mustang- und ein Boss-Hoss-Event an, dann ein Treff der Indianerreiter und anderes mehr.

Während all dieser Veranstaltungen wird weiter am neuen Fort gebaut. 1,5 Millionen Euro investiert Hagenberger dieses Jahr für Erhalt und Ausbau der Westernstadt. Das meiste Geld kostet das neue Fort, das laut Planung über mehr als hundert Gästebetten verfügen soll. Als Modell hat es Hagenberger schon fertig. Real soll es zur Saison 2019 die Tore öffnen.