Benneckenstein l Irgendwie mag die Art ganz neuer Ferienhäuser manche Leute an alte russische Märchenfilme mit Hexenhaus auf knarxendem Hühnerfuß erinnern. Aber das hat natürlich nichts mit den nun diskutierten Baumkronenhäusern für Benneckenstein zu tun. Die sollen einmal alle modernen Wünsche nach Natur und Komfort im Urlaubsquartier erfüllen. Auf einer Art Fuß stehen sie allerdings auch, aber mit einer sicheren, formschönen, nicht knarxenden Treppe.

Das alles und mehr geht aus den ersten Erläuterungen von Ingenieur Thomas Händel hervor. Der Ilsenburger will das Projekt gemeinsam mit Partnerin Kerstin E. Tiede verwirklichen und dabei die schöne Natur in und um Benneckenstein einbeziehen. Es sei für beide eine Traumtätigkeit für die zweite Hälfte im Leben, wie Händel sagte. Kerstin Tide ist Spezialistin für Qigong, eine traditionelle chinesische Schule mit Übungen für Körper und Geist. Kurse dafür sollen ebenso wie für Yoga, Waldbaden und ähnliches mehr angeboten werden. Diese würden den Genuss- und Erholungseffekt mitten in der Natur ergänzen. Einen gut passenden Standort hat Thomas Händel auch schon gefunden.

Es ist die rund 16.000 Quadratmeter große, zurzeit leere Fläche des einstigen Ferien- und Erholungsheimes der Eisenhütte Thale am Benneckensteiner Gallenberg. Die Fläche war nach dem Abriss von Bauten renaturiert worden. Mit den aktuellen Eigentümern ist Händel schon in Verhandlung getreten, um das Areal für das Projekt zu sichern. Auch dessen Grundzüge stehen fest.

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Ferienhäuser in sechs Meter Höhe

Geplant ist danach, fünf kubische Baumkronenhäuser auf je einem Sockel mit Fußboden in etwa sechs Metern Höhe zwischen den Bäumen zu errichten. Alle mit gehörigem Abstand, damit der gewollte Eindruck, im Wald auf Höhe von Baumkronen zu wohnen, gewahrt bleibt. Etliche Bäume müssten auch noch angepflanzt werden, wie Thomas Händel auf Nachfrage vor dem Ortschaftsrat sagte.

Zu den im Waldgelände verteilten Baumhäusern mit jeweils 36 Quadratmetern Wohnfläche soll ein Seminarhaus entstehen, in dem dann die Qigong- oder Yogakurse stattfinden. „Wir denken an eine naturnahe Architektur und eine ganzjährige Nutzung“, so Händel. Die Investitionskosten lägen bei rund einer Million Euro. Die derzeit geplanten Mieten für Urlaubsgäste liegen bei rund 150 Euro pro Baumkronenhaus und Nacht.

Oberharz freut sich über Touristenmagnet

Der Ortschaftsrat nahm die Projektvorstellung ebenso wohlwollend zur Kenntnis wie die rund 20 Bürger im Saal. „Die Realisierung des Bauvorhabens würde hervorragend in das touristische Gesamtkonzept rund um das Harzbad in Benneckenstein passen“, schätzt die Verwaltung der Stadt Oberharz ein.

Dem hatten die Ratsmitglieder nichts hinzuzufügen. Sie brachten das Planungsverfahren einstimmig auf den Weg und empfehlen dem Stadtrat Oberharz die Zustimmung. Wird das Ja auch dort gegeben, kann Benneckensteins Baumkronenhaus-Projekt in die nächste Planungsphase gehen.