Blankenburg l Wer künftig in Börnecke, Cattenstedt, Derenburg, Heimburg, Hüttenrode, Timmenrode und Wienrode Urlaub macht oder ein Erholungswochenende verbringt, soll Kurtaxe entrichten. Und das in gleicher Höhe wie in der Kernstadt. Das sieht eine Beschlussvorlage vor, die der städtische Tourismusbetrieb jetzt in die Ortschaftsräte zur Diskussion gibt. Vor der entscheidenden Stadtratssitzung befassen sich auch noch die Fachausschüsse mit diesem Thema.

Als Begründung führt der Tourismusbetrieb die zu erwartende staatliche Anerkennung aller Ortsteile als Erholungsorte an. Während die Kernstadt nach dem Verzicht auf den Heilbadstatus relativ schnell alle Kriterien erfüllte und den entsprechenden Titel erhalten hatte, mussten die Ortsteile jeweils ein eigenes Anerkennungsverfahren durchlaufen. Zudem, so die Vorlage, nutzen die Feriengäste auch überwiegend die touristischen Strukturen der Kernstadt, deren Kosten die Kurtaxsätze begründen. Wie Tourismus-Chefin Astrid Hildebrand-Besecke im Volksstimme-Gespräch erklärte, wurden die erforderlichen Erhebungsbögen bereits im März 2017 beim Landesverwaltungsamt eingereicht.

Voraussetzung ist erfüllt

„In der Zwischenzeit fanden umfangreiche Untersuchungen der Ortsteile bezüglich der Luftqualität und der allgemeinen infrastrukturellen Gegebenheiten statt. Vom Deutschen Wetterdienst wurde die gute Luftqualität und damit auch eine entscheidende Voraussetzung für die Anerkennung als staatlich anerkannter Erholungsort bestätigt“, heißt es in der Beschlussvorlage. Noch im Dezember werde die staatliche Anerkennung der Ortsteile als Erholungsorte erwartet. Deshalb werde die Erweiterung des Erhebungsgebietes der Kurtaxsatzung auf die Ortsteile empfohlen, um „auch den Gästen der Ortsteile die Vorteile, die mit der Kurabgabe verbunden sind, bieten zu können.“

Laut Verwaltung diene die Erhebung der Kurtaxe dazu, Kosten der touristischen Infrastruktur teilweise zu decken, so wie unter anderem der Einrichtung neuer Infopunkte in allen Ortsteilen und der Aufwertung von Rundwanderwegen.

Ferner werde ein Anteil der Einnahmen als Systembeitrag zum Harzer Urlaubsticket (HATIX) an die Harz AG abgeführt. Dem Gast würden darüber hinaus auch über das Blankenburger Urlaubsticket vielfältige Vergünstigungen angeboten.

Kritik aus Wienrode

Eine Kalkulation des Kurtaxbeitrages hatte laut Beschlussvorlage einst einen Preis von 3,42 Euro pro Gast ergeben. „Dieser wurde lediglich zu 73 Prozent auf den Gast umgelegt, so dass eine Neukalkulation des Beitrages als nicht notwendig erachtet wird“, so der Tourismusbetrieb. Trotz gestiegener Kosten könne dieser Betrag aber nicht vollständig auf den Gast umgelegt werden.

Deshalb wird empfohlen, die aktuell gültigen Sätze auch in den Ortsteilen zu übernehmen. Derzeit zahlen Urlauber pro Übernachtung pro Person 2,50 Euro. Es kann aber auch pauschal eine Jahreskurtaxe pro Person über 50 Euro entrichtet werden.

Bereits im vergangenen Jahr hatten die Wienröder Vermieter von Ferienquartieren, die sich im örtlichen Fremdenverkehrsverein zusammengeschlossen haben, die Ausweitung der Kurtaxe als Pflichtabgabe heftig kritisiert. Als Begründung führten sie an, dass ihre Feriengäste kaum von den Blankenburger Angeboten profitieren würden und sie die Wanderwege um Wienrode selbst in Schuss halten.