Wernigerode l Im Einkaufszentrum Harzpark in Wernigerode treibt ein Spendenbetrüger sein Unwesen. Am vergangenen Sonnabend ergaunerte er einen 50-Euro-Schein von einem 69-Jährigen. Der Wernigeröder sprach den südländisch aussehenden jungen Mann an und bat ihn, den Schein zu wechseln, um zehn Euro zu spenden.

Während sich das Opfer in eine angebliche Spendenliste mit Unterschriften eintrug, flüchtete der Betrüger kommentarlos mit der Beute zu Fuß in unbekannte Richtung. „Das Klemmbrett mit der Unterschriftenliste ließ er zurück“, teilt das Polizeirevier Harz mit. Auf der Unterschriftenliste sei ein Logo einer nicht existenten Hilfsorganisation für taubstumme Kinder zu erkennen.

„Grundsätzlich sind Spenden freiwillig und anonym“, erläutert Bettina Moosbauer vom Polizeirevier Harz, wie das Betrugsmuster durchschaut werden kann. „Nur wenn man genannt werden möchte im Fall der Eigenwerbung, werden die Spenderdaten hinterlassen“, so die Polizeikommissarin, die im Revier für die Kriminalitätsprävention zuständig ist.

Spendenausweis vorzeigen lassen

Spendendosen seien grundsätzlich verplombt und mit der jeweiligen Aufschrift der Hilfsorganisation versehen. „Auf Verlangen kann man sich zur Sicherheit den Spendenausweis der jeweiligen Spendenorganisation vorzeigen lassen“, rät Moosbauer. Um sicher zu gehen, könne der Spender auch die Vorlage des Personalausweises verlangen.

Ebenso müssten sich Geber nicht in eine Spendenliste eintragen. „Vermeiden Sie eine Unterschrift auf unbekannten Dokumenten“, ergänzt die Polizeisprecherin. Dabei lauere die Gefahr einer Abofalle.

„Lassen Sie sich in der Verbraucherschutzzentrale über mögliche Hilfsorganisationen beraten, hier handelt es sich um tatsächlich eingetragene Vereine oder Organisationen“, empfiehlt Moosbauer allen Spendewilligen. „Prüfen Sie genau, wem Sie Ihr Geld überlassen, damit es auch den Zweck erfüllt, wofür es angedacht war.“