Wernigerode l Die Atempause für die Wälder um Wernigerode ist nur kurz: Nach Gewitter und Schauern an Himmelfahrt wird es zum Wochenende wieder warm und trocken. Schon seit Anfang Mai gilt in den Harzer Forsten die Waldbrandwarnstufe 3. Am Brocken sei die Gefahr mit am größten, warnt Friedhart Knolle. Wie der Sprecher des Nationalparks Harz informiert, bekomme der höchste Gipfel Norddeutschlands zwar den meisten Regen in der Region ab. „Doch hier haben wir auch den intensivsten Tourismus.“

Eine Unachtsamkeit – etwa eine weggeworfene Zigarette – könne reichen, um einen Flächenbrand auszulösen. „Auf den Tafeln an den Waldrändern finden Besucher klare Regeln, wie sie beim Schutz der Natur helfen können“, sagt Knolle.

Rauchverbot im Wald

Auf keinen Fall dürfe offenes Feuer in der Nähe des Waldes entfacht werden, heißt es auf der Facebook-Seite des Nationalparks. Grillen ist nur an den dafür freigegebenen Plätzen erlaubt. „Zudem gilt vom 15. Februar bis zum 31. Oktober im Wald ein allgemeines Rauchverbot“, schreibt die Parkverwaltung.

Nach fast vier Wochen ohne Regen sei der Waldboden ausgetrocknet, sagt Carsten Brett. Der stetige Wind dörre die Oberfläche zusätzlich aus, berichtet der Brandschutzbeauftragte des Landeszentrums Wald für den Harz.

Gras und Kräuter schützen

Dennoch sei Warnstufe 3 nicht ungewöhnlich für die Jahreszeit. „Das bedeutet mittlere Gefahr“, sagt der Waldexperte aus Elende. Ohne die schützende Gras- und Kräuterschicht, die seit dem Winter nachgewachsen ist, wäre die Gefahr noch größer. „Das frische Grün hält zumindest etwas Feuchtigkeit.“

So sei die Region in diesem Jahr bislang von größeren Bränden verschont geblieben, sagt Brett. Seit dem Winter habe es lediglich einige kleine Feuer gegeben: Eines davon in der Nähe von Benneckenstein und drei am Regenstein bei Blankenburg. „Dabei gehen wir von Brandstiftung aus“, mußtmaßt Brett. Dank des schnellen Eingreifens der Feuerwehr sei bei diesen Waldbränden aber kaum Schaden entstanden.

Ebenso hätten die Kameraden bei einem Flächenbrand am Eckerloch nahe der Brockenstraße Schlimmeres verhindert. Dabei stand laut der Freiwilligen Feuerwehr Wernigerode eine Fläche von rund 250 bis 300 Quadratmetern in Flammen.

Angespannter als im Harz ist die Lage in den östlichen Landesteilen Sachsen-Anhalts: Rund um Wittenberg ist seit Dienstag die höchste Warnstufe 5 erreicht. Für das Jerichower Land, Stendal und Anhalt-Bitterfeld hat das Landeszentrum Wald die Gefahrenstufe 4 ausgerufen.