Königshütte l „Herzstück“ des Rappbodetalsperrensystems nannte Burkhard Henning, Geschäftsführer des Talsperrenbetriebs Sachsen-Anhalt, die Königshütter Talsperre.„Ohne die Zuleitungen aus der Talsperre Königshütte würde das Wasser in der Rappbodetalsperre nicht ausreichen.“ Am 27. August 1956 wurde die Talsperre in Königshütte in Betrieb genommen. Die Planungen gehen jedoch auf das Jahr 1936 zurück. Seither ist das Stauwerk ständig im Einsatz. Eine Komplettsanierung 2006 ersetzte Beton und Technik.Über einen 1,7 Kilometer langen Stollen wird täglich Wasser von Königshütte aus in die Rappbodetalsperre abgegeben. Die Abgabemenge liegt bei 0,5 Kubikmeter pro Sekunde.

„Die Kollegen in einer solchen Talsperre arbeiten quasi im Verborgenen. Ein Tag der offenen Tür ist eine Gelegenheit zu zeigen, was hinter den Kulissen geschieht“, so Henning. Und Klaus Rehda (Bündnis 90/Die Grünen), Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie, ergänzte, dass die 32 Talsperren im Land eine immense Bedeutung für den Hochwasserschutz, die Trinkwasserversorgung und die Erzeugung erneuerbarer Energien haben. Wasser als Lebenselixier stellte Frank Damsch (SPD), Bürgermeister der Stadt Oberharz, in den Mittelpunkt. „Wir sehen jeden Tag, wie wichtig die Arbeit der Talsperren für die Menschen ist, denn Wasser brauchen alle täglich“, so Damsch.

Heimat für Sonnentierchen

Vor Ort präsentierten sich viele Partner des Talsperrenbetriebs. An Infoständen gab es viel Wissenswertes zu erfahren. Bei Dr. Karsten Rinke, Leiter des Departments Seen-Forschung beim Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung, konnte ein Blick durch das Mikroskop geworfen werden. „Wir interessieren uns vor allem für die Wasserqualität und dafür, wie Umweltsysteme in Standgewässern funktionieren“, so Rinke. Entzückt stellte der Wissenschaftler fest, dass seltene Sonnentierchen und Wimperntierchen im Königshütter Talsperrenwasser leben. Vorgestellt hat sich ebenso der Harzklub-Zweigverein Königshütte. „Unser Hexenstieg führt unmittelbar an der Talsperre Königshütte vorbei“, sagter der Vorsitzende Dieter Herdam. Wasser war ebenfalls das Thema der freiwilligen Feuerwehr. „Das reicht von Ölsperren zum Auffangen von Ölverschmutzungen bis hin zu einem Öl-Wasser-Staubgutsauger“, erklärte Ortswehrleiter André Kohlrusch.

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Führungen durch das Innere der Talsperre wechselten mit einem bunten Bühnenprogramm und weiteren Attraktionen ab. Den Besuchern gefiel es, zum Beispiel Regina und Rainer Hellwig. Mit einheimischen Freunden war das Ehepaar aus Eilsleben in den Oberharz gekommen: „Es ist interessant, wie eine Talsperre aufgebaut ist.“ Jutta Träger aus Königshütte sagte: „Die Talsperre ist nicht oft geöffnet, da wollten wir die Gelegenheit unbedingt nutzen.“