Wernigerode l Die Frankenfeldstraße ist Baustelle - und das bereits seit August. Grund sind gemeinsame Arbeiten von Stadt und Stadtwerken. Zuerst wurde an den Trinkwasser- und Gasleitungen gearbeitet.

Ab Montag, 19. Oktober, startet eine neue Phase. Der Sturzbach wird um 15 Meter unterirdisch in die Frankenfeldstraße verlegt. Dafür ist ein drei Meter breiter Graben an der Einmündung zur Friedrichstraße notwendig. Die Frankenfeldstraße ist deshalb demnächst aus dieser Richtung und bis zum 8. Dezember dicht und kann nur noch über den Bahnübergang auf der anderen Seite befahren werden. Zumindest zeitweise. Jeweils von Freitagabend bis Montagfrüh ist auch diese Zufahrt für Autos gesperrt.

Rettungswege

Eine Regelung, die bei den Anwohnern für Verärgerung sorgt. „Was passiert am Wochenende, wenn jemand einen Krankenwagen oder gar die Feuerwehr benötigt“, fragt Rolf von Alemann. „Muss man dann zu Fuß zur nächsten Straße laufen, wo der Krankenwagen steht?“ Im Interesse aller Anwohner sei eine durchgängige Erreichbarkeit der Straße auch am Wochenende notwendig - auch im Sinne der Gefahrenabwehr, so der Hasseröder. Zudem sei nur ein Teil der Nachbarn über die anstehende Sperrung informiert worden, kritisiert von Alemann. Die Stadt habe den Bewohnern nämlich angeboten, ihr Auto auf dem Parkplatz des Burghotels abzustellen. Zuvor sei aber die Beantragung eines Parkausweises notwendig. „Hier fragt man sich, was machen die nicht informierten Anwohner oder reichen die Parkplätze nicht für alle?“, will von Alemann wissen.

Bei der Anwohnerinformation seien versehentlich die „drei hinterlegende Häuser“ der Frankenfeldstraße vergessen worden, heißt es dazu auf Volksstimme-Nachfrage von Rathaussprecherin Ariane Hofmann. Dies sei inzwischen nachgeholt worden. Bei der angeordneten Sperrung handele es sich „um Sicherungsvorgaben“ der Harzer Schmalspurbahnen GmbH (HSB), die der Stadt bei Nutzung ungesicherter Bahnübergänge vorgegeben werden.

Absperrung

HSB-Sprecher Dirk Bahnsen bestätigt das. „Sicherheit hat für uns oberste Priorität.“ Der Bahnübergang sei aus Gründen der Sicherheit für Autos ohnehin nur aus Richtung Triangel befahrbar, seit Beginn der Bauarbeiten aber gesperrt. Die HSB habe sich aber in Abstimmung mit der Stadt bereit erklärt, in Kürze die Querung der Schienen aus beiden Richtungen zu ermöglichen - auch damit Baufahrzeuge passieren können. „An den Wochentagen stellen wir dafür zwei Mitarbeiter bereit, die den Bahnübergang absichern.“ Wenn sich ein Zug nähere, werde der Übergang abgesperrt. „Das müssen wir tun“, sagt Bahnsen. „Gerade die Baufahrzeuge sind groß. Das ist nicht ohne.“ An den Wochenenden könne die HSB davor allerdings kein Personal vorhalten. Deshalb dürfen die Schienen dann nicht von Autos überquert werden. Fußgänger aber dürften den Übergang weiter queren.

Wie Ariane Hofmann weiter informiert, sind für die nächsten Woche nur vorbereitende Arbeiten geplant. Die Verlegung des Sturzbaches starte am 26. Oktober. Die Sperrung des Bahnübergangs betreffe sechs Wochenenden und beginne am 30. Oktober. „Diese Tage sind mit Rettungsdienst und Feuerwehr vorbesprochen und abgestimmt“, so Hofmann. „Der Informationsfluss besteht weiterhin. Jeder weiß, wie er sich im Ernstfall verhalten kann und soll.“