Wernigerode l Zwischen den Straßen Am Galgenberg und Zaunwiese in Wernigerode soll ein neues Wohngebiet entstehen. Der Stadtrat hat in seiner jüngsten Sitzung mehrheitlich grünes Licht für den Entwurf des Bebauungsplans gegeben. Die Stadt hat die ehemalige, knapp 6000 Quadratmeter große Pferdekoppel an private Investoren verkauft.

Diese planen nun, dort Doppelhäuser mit ein bis zwei Geschossen sowie ein Mehrfamilienhaus zu errichten, wie Baudezernent Burkhard Rudo in der Sitzung berichtete. Die neuen Gebäude soll sich in die umgebende Siedlung und das Ortsbild einfügen, was unter anderem durch eine Begrenzung der Traufhöhen und der Festlegung auf Sattel- oder Walmdächer in naturroten Farbtönen erreicht werden soll.

Der Bebauungsplan soll, laut Vorschlag der Verwaltung, im beschleunigten Verfahren auf den Weg gebracht werden – die Kriterien seien erfüllt, heißt es zur Begründung. Dabei fallen unter anderem die sonst vorgesehene Umweltprüfung und der Umweltbericht weg.

Wegen grundsätzlicher Einwände gegen den Verfahrensweg stimmten drei bündnisgrüne und linke Ratsmitglieder mit Nein, hinzu kam eine Enthaltung.

In der Begründung zum Planentwurf wird unter anderem der Baumbestand unter die Lupe genommen, zu dem sieben große Bäume mit bis zu 70 Zentimeter Stammumfang zählen. Der festgesetzte Bestand soll erhalten und gepflegt, abgängige Bäume sollen durch neue ersetzt werden. Pro Baugrundstück soll ein Baum aus einer festgelegten Artenliste gepflanzt werden.

Ratsmitglied Thomas Schatz (Linke) sorgte sich eher um die Nutzung der Gebäude. „Haben wir die Möglichkeit, darauf hinzuwirken, dass dort wirklich Wohnbebauung entsteht und keine Ferienwohnungen?“ Ihm sei dazu nichts bekannt, antwortete Rudo – jedoch wäre eine touristische Vermietung als gewerbliche Nutzung anzusehen. Man könne diese ausschließen, so der Dezernent. Der Entwurf wird nun öffentlich ausgelegt.