Wintereinbruch

Wernigerode versinkt im Schnee

Der erneute Wintereinbruch hat in Wernigerode und den Ortsteilen die Männer vom Winterdienst in Atem gehalten.

Von Ivonne Sielaff

Wernigerode l Starke Schneefälle haben in und um Wernigerode für Behinderungen gesorgt. Größeres Chaos blieb aber aus. Das ist den Männern vom Winterdienst zu verdanken, die in den vergangenen drei Tagen von früh bis spät im Einsatz waren, um die Straßen in der Stadt und in den Ortsteilen frei zu halten.

„Wir waren mit 27 Mann und zehn Fahrzeugen draußen, wurden zudem von drei Subunternehmen unterstützt“, informiert Bauhofchef Torsten Friedrich auf Volksstimme-Nachfrage. „Am Freitag von 9 bis 18.30 Uhr, am Sonnabend von 4 Uhr morgens bis 18 Uhr und am Sonntag noch mal von 5 Uhr bis mittags – durchgängig, bis auf kleine Pausen zum Verschnaufen.“

Der erneute Wintereinbruch sei für die Mitarbeiter des Bauhofs „eine besondere Situation“ gewesen, sagt Friedrich. „Es hat nahezu 24 Stunden durchgeschneit.“ Glücklicherweise sei der meiste Schnee in der Nacht zum Sonnabend gefallen. „Wir hatten also keinen Berufsverkehr. Sonst wäre es noch einen Zacken schärfer gewesen.“ Zu kämpfen hatten die Männer vom Winterdienst neben dem Schnee mit zahlreichen Verwehungen.

Priorität hätten beim Schneeräumen die Zufahrten zum Krankenhaus und zu Altenheimen sowie das Straßennetz der Harzer Verkehrsbetriebe gehabt. „Danach waren alle Bereiche Zug um Zug dran“, so Torsten Friedrich. Behinderungen habe es beim Busverkehr in den Berglagen wie beispielsweise Lindenallee, Louis-Braille-Straße, Großer Bleek und Kantstraße gegeben.

Das bestätigt auch Bjoern Smith, Chef der Harzer Verkehrsbetriebe (HVB). „In den bergigen Lagen kam es zu Verzögerungen, wenn der Bus kurzzeitig nicht weiter kam.“ Die HVB-Mitarbeiter seien gut ausgebildet und sehr engagiert gewesen und hätten in den letzten drei Tagen mit „aller gebotenen Vorsicht“ eine sehr gute Leistung hingelegt. Größere Probleme machte lediglich der Oberharz, dort musste der Busverkehr am Freitagabend ab 18.30 Uhr wegen Schnee und Glätte eingestellt werden, so Smith.

Grund zur Freude hatten dagegen alle Wintersportler. Im Wernigeröder Zwölfmorgental hatten die Mitglieder des Skiklubs den Skilift in Gang gesetzt. Die Stadtwaldloipe wurde präpariert. Auch rund um Schierke kamen Skilangläufer auf ihre Kosten. Die Mitarbeiter des Nationalparks hatten die Kleine Winterbergloipe, die Königsbergerloipe und die Wettkampfloipe gespurt. Die Touristiker freuten sich über einen Besucheransturm im höchstgelegenen Ortsteil der Stadt. „In Niedersachsen sind Ferien“, so Roman Müller von der Wernigerode Tourismus GmbH gegenüber der Volksstimme. „Das macht sich bemerkbar.“ Müller rechnet auch in den kommenden Tagen mit vielen Wintersportlern und Gästen. „Das Wetter soll erstmal so bleiben.“