Schierke l Perfekt gespurte Loipen, stets die aktuellsten Infos zur Schneebeschaffenheit, ein gut ausgewiesenes Wegenetz. Für viele Skifahrer im Harz ist das eine Selbstverständlichkeit. Wie viel Arbeit und Aufwand hinter diesem Service für die Wintersportler stecken, das wissen die wenigsten.

Wenn Thomas Ehrenberg, David Nagel, Marcel Fischer und Uwe Lohde in ihre Pistenbullys klettern, ist es in der Regel tiefste Nacht. „Bei bestimmten Schneebedingungen ist gut, den Schnee möglichst früh zu präparieren, damit er noch mal durchfriert“, sagt Olaf Eggert. Der Nationalpark-Mitarbeiter organisiert die Einsätze der Loipenmacher. „Wenn es dagegen die ganze Nacht durch schneit, fahren wir später los.“

40 Kilometer Loipen

Allein die fünf Loipen rund um Schierke sind zusammen 40 Kilometer lang. Mit den drei Loipen um Drei Annen Hohne sind es insgesamt 60 Kilometer. An einem normalen Tag sind die Männer gut fünf bis sechs Stunden unterwegs. „Fällt sehr viel Schnee, dann werden daraus schnell acht bis neun Stunden“, sagt Olaf Eggert. „Das heißt dann Überstunden.“ Besonders problematisch für die Loipenmacher: „Spaziergänger, die auf den ausgeschilderten Skiwegen unterwegs sind und die Loipen zertreten“, so Eggert. „Dadurch geht viel fleißige Arbeit über die Klinge.“

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Gespurt wird jedes Mal bei Neuschnee. Und wenn die Loipen zerfahren sind. „Bei so einem Massenansturm wie in den letzten drei Wochen so gut wie täglich“, so Eggert. „In der Regel fahren wir lieber einmal mehr.“ Dazu kommen diverse Rodelhänge zwischen Schierke und Drei Annen Hohne, die präpariert werden müssen.

Aber auch wenn es nichts zu spuren gibt, sind im Winter tägliche Kontrollen notwendig. „Wir checken den Zustand der Loipen, müssen einschätzen, ob eine Strecke befahrbar ist oder nicht.“ Denn bis spätestens 9 Uhr morgens müssen diese Infos in diverse Internetportale eingepflegt werden. Ob auf der Website des Harzer Tourismusverbandes, der Ortschaft Schierke oder des Deutschen Skiverbandes – Wintersportler und Anreisende tagaktuell informiert, welche Schneebedingungen sie in Schierke erwartet. Schließlich muss sich der Harz mit den anderen Langlauf-Gebieten in Deutschland messen. Und das können wir auch.“

Gemeinsames Interesse

Der Aufwand hat noch einen weiteren Grund. Die meisten Loipen liegen im Nationalpark Harz. Mit den gut gepflegten Strecken soll verhindert werden, dass die Skifahrer die für sie vorgesehenen Wege verlassen. Das ist gemeinsames Ziel vom Nationalpark sowie Stadt Wernigerode und Förderverein für Skisport und Naturschutz im Harz – als enge Partner bei der Streckenpflege.

Und wie sind die Langlaufbedingungen aktuell? „Super“, sagt Eggert. „Wir erwarten Mischwetter um die 0 Grad.“ Das Wetter erlaubt es derzeit, alle Loipen in Schierke zu spuren. In den höheren Lagen ist das Schneebrett unter der Loipe bis zu 50 Zentimeter hoch, in den niedrigeren sind es 20 Zentimeter. „Selbst bei Nieselregen könnte man da gut Ski fahren.“