Wernigerode l Auf der Argenta-Baustelle muss es schnell gehen. Binnen vier Wochen sollen die nächsten 18 Wohnungen bezugsfertig sein. Sorgen bereitet den Bauherren das Holtemme-Ufer hinter dem Haupthaus. „Bis das Schmelzwasser von der Steinernen Renne herunterdonnert, muss das Flussbett gesäubert werden“, sagt Hartmut Strecker.

Nach dem Hochwasser vom Juli 2017 liegen noch immer tonnenschwere Betonfundamente und Äste herum, die das reißende Wasser angespült hatte. Die Befürchtung des Altenweddinger Unternehmers: „Wenn wir jetzt nicht handeln, wird die Baustelle überflutet.“

Gefordert sei der Landesbetrieb für Hochwasserschutz (LHW), der sich um die Holtemme kümmert. „Noch kommen wir mit unseren Baggern ans Ufer, könnten alles wegräumen – wir brauchen nur das Okay vom LHW und die Zusage für die Finanzierung“, erläutert Strecker. Die könnte es am 12. März geben – dann besuchen LHW-Mitarbeiter die Baustelle und wollen über die Auftragsvergabe entscheiden.

Holtemme-Brcke wird wieder aufgebaut

Schief stehende Bäume an der Böschung müssten nun gefällt werden, fordert Strecker. „Wenn wir die Wege gepflastert haben und das alte Verwaltungsgebäude sowie die Fabrik fertig sind, wird es ungleich schwieriger, schweres Gerät ans Ufer zu bringen.“ Zudem soll die Holtemme-Brücke zum Wanderweg am anderen Ufer neu aufgebaut werden.

In Vorleistung seien Beck & Strecker auch beim Brandschutz gegangen. Da die beiden Hydranten in der Umgebung nicht ausreichend Löschwasser liefern, hat das Altenweddinger Immobilienunternehmen eine Zisterne vor der alten Schokoladenfabrik bauen lassen. Der 200.000 Liter fassende Tank sei Voraussetzung gewesen, damit die ersten Wohnungen in den bereits fertigen Mehrfamilienhäusern bezogen werden konnten.

80.000 Euro für Löschwasser-Zistern

„Ohne Brandschutz gibt es keine Einzugsgenehmigung“, erläutert Hartmut Strecker. „Aber auf den Kosten von 80.000 Euro bleiben wir bislang sitzen.“ Dabei ist Löschwasser eine Pflichtaufgabe der Stadt. „Uns wurde immer wieder unkomplizierte Hilfe versprochen, nur getan hat sich bislang nichts“, klagt der Bauunternehmer.

Dabei profitiere Wernigerode vom Wohnpark, der bis Ende 2018 fertig gestellt werden soll. „Dank uns kehren viele ehemalige Harzer in ihre Heimat zurück“, sagt Strecker über die neuen Einwohner. Ebenso würden Zuzügler unter anderem aus Hannover, Dessau, Hamburg und Erfurt angelockt. Auf der Baustelle würden außerdem vor allem Unternehmen aus der Region arbeiten.