Wolmirstedt l „Euch erwartet heute der härteste und schwierigste Tag der ganzen Woche“, ruft der Coach des News Release Teams den Schülern auf englisch entgegen. Doch wer diesen meistere, sei bereit die Welt zu verändern, führt er weiter aus. Die Schüler quittieren das mit tosendem Applaus und antworten wie selbstverständlich auf englisch.

In der Bibelstunde wird getanzt und gesungen

Auf den ersten Blick wirken die Methoden ungewöhnlich, die beim 20. News Release Basketballcamp in Wolmirstedt gewählt werden. So gibt es nach der Mittagspause immer eine Bibelstunde. Doch der Name täuscht. Denn dröge ist an dieser Stunde gar nichts. Bei den warmen Temperaturen gehen die Basketballer mit den Kindern raus auf den Schulhof. Begonnen wird dann damit, christliche Lieder zu singen, dazu wird getanzt. Die Basketballer aus den USA machen es vor, die Kinder stimmen, mal mehr mal weniger, mit ein. Berührungsängste scheint es schon am zweiten Tag nicht mehr zu geben.

Im Anschluss teilen sich die Kinder in Gruppen auf, in jeder von ihnen ist auch einer der Basketballer. Gesprochen werden kann über alles. Die US-Amerikaner stellen sich vor, erzählen was Glauben für sie bedeutet. Auch Spiele zur Teambildung werden gemacht. Dabei nehmen sich alle an den Händen, steigen über die „verknoteten“ Arme. Nur wenn alle richtig mitmachen funktioniert es. Glaube aufgezwungen werden soll jedoch nicht, versichern die Veranstalter.

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Damit die Kinder auch die Stellen, die aus der Bibel besprochen werden, verstehen und mitlesen können, kommt seit vier Jahren Dieter Lomberg von den Gideons vorbei und verteilt Bibeln. „Die Zusammenarbeit kam über Organisator Karsten Stier zustande“, erzählt Lomberg.

Die Pause können die Kinder und Jugendlichen aber auch gut gebrauchen. Denn bereits um 9.30 Uhr steht die erste Trainingseinheit auf dem Programm. Nach einem gemeinsamen Warmmachen, wird an verschiedenen Stationen trainiert. Drei-Punkte-Würfe, Dribbeln, Korbleger, alles ist dabei. Auch taktisches Verhalten lernen die Kinder. Die Defense ist ein wesentlicher Trainingsbestandteil.

Das wichtigste ist allerdings die Motivation und die Entwicklung von Teamgeist. Regelmäßig wird abgeklatscht und angefeuert.

Die Sprache des Trainingscamps ist englisch, das sei kein Problem für die Schüler versichert Mit-Organisator Marcel Albrecht. „Das meiste erklärt sich von selbst, für den Rest haben wir Übersetzer vor Ort“, sagt der Wolmirstedter, der bei den Baskets spielt.

Die Teilnehmer sind bunt gemischt, Jungen und Mädchen jeden Alters flitzen mit Basketbällen durch die Halle. Überragt werden sie dabei immer von den College-Basketballern aus den USA.

Noch bis Freitag wird das Camp dauern. Dann wollen die Kinder ihren Eltern zeigen, was sie gelernt haben. „Dazu wird unter anderem die Massen-Defense gehören“, erzählt Marcel Albrecht. „Dabei werden die Kinder über die ganze Halle verteilt eine riesige Defensivlinie aufbauen, das ist immer ein beeindruckender Anblick.“