Klein Ammensleben l In seinem Heimatort Klein Ammensleben hat Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Thomas Webel am Donnerstag einen Vortrag über die Infrastruktur im Land und ihre Finanzierung gehalten. Er folgte damit einer Einladung des ortsansässigen Kultur- und Geschichtsvereins, in dem er auch selbst Mitglied ist.

In seinen gut einstündigen Vortrag packte Webel viele Zahlen und Informationen zum aktuellen Stand beim Lückenschluss von Auobahnen, Bauarbeiten an Bundes-, Land- und Kreisstraßen, die durch Sachsen-Anhalt führen.

23 Besucher waren ins Bürgerhaus gekommen, um an dem Themenabend teilzunehmen. Sie erfuhren unter anderem, dass der Erhalt und die Sanierung von Straßen dem Aus- und Neubau selbiger vom Bund vorgezogen werde. „So ist die A14 nach Schwerin beispielsweise kein Neubau, sondern ein Lückenschluss“, erklärte der Verkehrsminister. Die Finanzierung der A14 sei gesichert, der Bau verzögere sich jedoch wegen tierschutzrechtlichen Klagen von BUND und NABU. „Wir arbeiten alles sukzessive ab, aber es dauert natürlich länger“, sagte er. Dies schlage sich wiederum in den Kosten nieder. „Ein Jahr Planungsverzug bedeutet zwei Prozent Baupreissteigerung“, erklärte Webel.

Wasserstraßen waren auch Thema

Was die Landesstraßen angeht, hat Sachsen-Anhalt laut Thomas Webel „seit 1990 nie genügend Geld zur Verfügung gestanden. Wir bräuchten 85 Millionen Euro im Jahr und haben nur 50 bis 65“, informierte er die Klein Ammensleber. 1700 Kilometer Landstraße seien in keinem guten Zustand. Hinzu komme, dass die EU keine Fördermittel mehr für den Neubau von Landstraßen zur Verfügung stelle. 22 Millionen Euro stünden für 2015/16 jedoch noch zusätzlich aus dem Hochwasserfonds zur Verfügung. Für kommunale Straßen gebe es pro Jahr 31 Millionen Euro, berichtete der Verkehrsminister, für öffentliche Transportmittel seien es 30 bis 50 Millionen. Ein weiteres Thema des Vortrages waren unter anderem auch die Wasserstraßen.

Anschließend hatten die Besucher Gelegenheit, Fragen zu stellen. Ein Gast wollte beispielsweise wissen, ob die Landstraße zwischen Samswegen und Groß Ammensleben erneuert werde. „Das sollte eigentlich dieses Jahr gemacht werden“, antwortete der Minister. Weil nun jedoch die Ortsumgehung Meseberg gebaut wird und die Umleitung von Samswegen nach Meseberg über einen Teil der Landstraße nach Groß Ammensleben führt, sei das Vorhaben verschoben worden.

Gegen 20.45 Uhr endete der offizielle Teil des Themenabends.