Ebendorf l Aufgrund geringer Nutzerzahlen und um Betriebskosten zu sparen, ist die Außenstelle der Barleber Bibliothek in Ebendorf Mitte Dezember des vergangenen Jahres geschlossen worden. Seitdem sind die beiden Räume im Mühlenhof ungenutzt. Es gibt jedoch längst Interessenten, die gern eigene Vorhaben in der ehemaligen Bücherei umsetzen würden. Künftige Nutzungsvarianten waren am vergangenen Mittwoch Thema im Ebendorfer Ortschaftsrat.

Zu Gast war aus diesem Anlass Ulrich Korn in seiner Funktion als Vorsitzender des Gesundheitsnetzwerkes Barleben/ Niedere Börde. Dieses möchte im ärztlich nicht versorgten Ebendorf ein Pilotprojekt zur Telemedizin starten. Ins Auge gefasst hat die Gruppe, zu der insgesamt rund ein Dutzend Ärzte, Apotheker, Pflegedienstler und andere Freiwillige gehören, dafür die ehemaligen Bibliotheksräume im Mühlenhof.

Telemedizin räumlich unabhängig

Den Mitgliedern des Ortschaftsrates Ebendorf erklärte Ulrich Korn, was sich hinter der Telemedizin verbirgt: quasi eine Videochat-Sprechstunde mit einem kooperierenden Arzt. Eine Krankenschwester ist vor Ort, misst die sogenannten Vitalparameter wie Blutdruck und -zucker messen und übermittelt sie mittels moderner Medien dem Arzt, der die Werte wiederum auswertet.

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„Das Projekt ist räumlich unabhängig, es ist egal, wo man es macht. Es würde sich nur hier anbieten“, erläuterte Ulrich Korn im Bezug auf die ehemaligen Büchereiräume im Mühlenhof. Derzeit, erklärte er, würden mehrere Fördermittelanträge laufen. Wann mit entsprechenden Bescheiden zu rechnen ist, sei noch ungewiss. Realistisch gesehen sei damit eher in 2017 zu rechnen, fügte Ulrich Korn hinzu.

„Das ist eine gute Sache“, sagte Ebendorfs Ortsbürgermeister Manfred Behrens nach den Ausführungen des Gastredners. „Aber die Räume würden bis dahin leer stehen. Man könnte sie ja zwischenzeitlich den Vereinen zur Verfügung stellen“, ergänzte er und schlug damit den Bogen zum Begehren des örtlichen Kultur- und Geschichtsvereins. Dieser wünscht sich laut Ortsbürgermeister, dass die ehemalige Bibliothek den Ebendorfer Vereinen ohne eigene Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt wird. So solle eine Art Vereinszentrum gebildet werden, in dem multikulturelle Veranstaltungen realisiert werden könnten. Interesse habe beispielsweise bereits der Ebendorfer Kinderförderverein bekundet.

Nach kurzer Diskussion einigte sich der Ortschaftsrat darauf, der Verwaltung und dem Gemeinderat zu empfehlen, der Nutzung der Räume durch alle Vereine zuzustimmen, jedoch vorerst befristet auf ein Jahr bis Mitte 2017 – bis möglicherweise die Fördermittelbescheide für das Pilotprojekt Telemedizin vorliegen.