Hohenwarsleben l Dass Sport integriert, zeigen seit einigen Monaten die Kicker von Traktor 06 Hohenwarsleben. Acht junge Männer aus Syrien und Eritrea trainieren regelmäßig zusammen mit den deutschen Fußballfreunden aus der Börde.

Die Hohenwarsleber Kicker haben aus der Not eine Tugend gemacht. Nach Abgängen fehlten dem Verein schlichtweg die Spieler. Und so sprachen sie junge Männer in der Haldensleber Flüchtlingsunterkunft an, ob sie mal vorbeischauen wollten. Gesagt, getan: 28 Flüchtlinge standen dann tatsächlich im vergangenen Herbst zum Probetraining auf dem Sportplatz. Acht von ihnen ludendie Gastgeber dann ein wiederzukommen. Geblieben sind sie bis heute und lassen sich gern von Nils Schick trainieren.

„Die Stimmung ist gut, egal, ob beim Training oder bei der Weihnachtsfeier. Wir kommen alle gut miteinander zurecht. Die meisten unserer neuen Spieler nehmen an einem Integrationskurs mit Deutschunterricht teil. Ein syrischer Spieler übersetzt zurzeit noch, wenn wir uns nicht anders verständigen können“, berichtet Ralph Hoppe, der stellvertretende Vereinsvorsitzende. Und der Vereins-Chef Marcel Rahn ergänzt: „Die Jungs hängen sich beim Training voll rein, auch wenn noch nicht alle am Spielbetreib teilnehmen dürfen.“ Er bemängelt den Papierkrieg rund um die Spielgenehmigung, denn mitunter dauert es mehrere Monate, bis die Genehmigung erteilt ist.

Ihre Jungs holen die Hohenwarsleber meist mit einem Gemeindebus zum Training ab. Jetzt wollen sie einen Förderantrag auf einen eigenen Bus stellen. Die Gemeinde hilft dabei. Am 26. Februar geht die zweite Halbserie in der 1. Bördekreisklasse wieder los. Dann hoffen alle auf ihren Einsatz, die deutschen ebenso wie die jungen Männer aus Syrien und Eritrea. „Wir wollen auf unsere Jungs nicht mehr verzichten“, macht Ralph Hoppe klar, der auch in der Freizeit seine Schützlinge zu Hause besucht. Der Verein rücke näher zusammen und habe so auch wieder eine Zukunft!