Zielitz l Im Jahr 1973 war offizieller Produktionsstart in Zielitz. Mit einem Tag der offenen Tür am Sonntag ist an die Produktionsaufnahme im Kaliwerk vor 45 Jahren gefeiert worden.

Wie in der Vergangenheit strömten erneut tausende Besucher am Sonntag auf das Veranstaltungsgelände vor dem Bergmannssaal des Kaliwerkes. Mit einem spektakulären Auftritt eröffnete das Sax‘n-Anhalt-Orchester pünktlich 12 Uhr ein abwechslungsreiches Kulturprogramm, das den Tag der offenen Tür zu einem echten Fest werden ließ. Derart wachgerüttelt, ließen sich die zur Mittagsstunde bereits zahlreich versammelten Besucher von der Bergmannskapelle und vom Chor des Bergmannsvereines „Scholle von Calvörde“ zum Mitsingen des Steigerliedes, der heimlichen Hymne der Bergleute, animieren.

Oben feiern, unten arbeiten

Danach ergriff Werkleiter Dr. Holger Hoppe das Wort. Er eröffnete die traditionsreiche Veranstaltung und begrüßte alle Gäste, unter ihnen Landrat Hans Walker, Verkehrsminister Thomas Webel, den Bundestagsabgeordneten Manfred Behrens und Verbandsgemeindebürgermeister Thomas Schmette (alle CDU), den ehemaligen Werkleiter Martin Westphal sowie Heidekönigin Sarah II. „Wir verstehen uns als Partner der Region und wollen es auch zukünftig für alle bleiben. Deshalb freut es mich umso mehr, dass wir heute Gelegenheit haben, uns ganz nah zu zeigen und mit Ihnen gemeinsam diese Veranstaltung zu feiern.“ In den vergangenen 45 Jahren habe sich das Werk Zielitz zu einem der modernsten und leistungsfähigsten Kaliwerke der Welt entwickelt. „Unser Kaliumchlorid, das wir in der Tiefe gewinnen und über Tage veredeln, ist und bleibt ein wichtiger Baustein zur Welternährung“, machte Holger Hoppe deutlich. „Trotz des Tages der offenen Tür fahren die Bergleute eine Schicht unter Tage. Das zeigt, dass der Weltmarkt Kali braucht, wir sind gut ausgelastet“, sagte Hoppe unter dem Applaus der Besucher.

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Für ein niedliches Programm sorgten Schul- und Kindergartenkinder, die nach dem Mittagessen die Schaubühne betraten. Zum Einsatz kamen Mädchen und Jungen aus der Grundschule Zielitz sowie den Kitas Wolmirstedt, Loitsche, Zielitz und Farsleben. Zu Recht empfingen die kleinen Künstler den Beifall des Publikums. Gleiches galt für sehenswerte Auftritte der Tanzgruppe des Sportvereines Angern „Sweet Crazy Devils“, der Schauspielschüler des Zielitzer Holzhaus-theaters und Künstlern des OK-live-Ensembles.

Am Nachmittag wurde es dann etwas lauter auf der Bühne. Zunächst spielte die Magdeburger Band „In my days“. Das Magdeburger Trio mit Dennis Zwickert, Charly Schröder und Tino Finke verzückte seine Fans mit gefühlvollem Indiepop.

Grubenfahrt als Hauptpreis

Kaum war der letzte Ton verhallt, nahte ein großer Moment, denn es wurden die Gewinner der Grubenfahrtverlosung bekanntgegeben. Insgesamt 14 Glückliche freuten sich über die Möglichkeit, im Herbst in das Bergwerk des Kaliwerkes einzufahren. Für den gestrigen Sonntag bereits schlug die Stunde für 21 Gewinner, die sich zuvor an der Volksstimme-Verlosung beteiligt hatten.

Während sich tagsüber die kleinen Besucher im großen Kinderareal auf Hüpfburgen, beim Kinderschminken und Quadfahren oder Voltigieren vergnügten, nutzten Eltern und Großeltern die Gelegenheit, sich im Informationszelt des Kaliwerkes über die Rohstoffförderung, die Produkte des Werkes sowie die anstehenden Großprojekte wie beispielsweise die Haldenkapazitätserweiterung zu informieren.

Es werden mehr als 700 Besucher gewesen sein, die an einer Werksführung teilgenommen haben. Für sie standen neben interessanten Informationen zur Kaligewinnung zahlreiche Eindrücke von Produktion und Technik.

Fahrten auf den Kalimandscharo

Großer Andrang herrschte auch bei den Haldenfahrten, bei denen die Gäste per Bus auf die Halde 2 des Kaliwerkes, den sogenannten „Kalimandscharo“, gefahren wurden. Von dort oben genossen sie einen spektakulären Blick über das Kaliwerk und die Region. Noch besser gestaltete sich die Aussicht derer, die sich für einen Rundflug mit dem Helikopter entschieden hatten. Dieses Angebot war neu ins Programm der Veranstalter aufgenommen worden. Erstmals tuckerte auch eine Bimmelbahn durch die Gegend, mit großer Resonanz, wie die Zahl der Fahrgäste unterstrich.

Zum Abschluss des Tages spielte die Coverband „Radionation“ für die Besucher auf. Mit ihrem Repertoire querbeet durch die Musikszene erwies sich die Combo als schwungvolle Partyband, die die Besucher noch einmal mitriss. Gegen 19 Uhr verklang der letzte Ton – der Deckel war drauf auf eine sehr gelungene Veranstaltung der „Partner der Region“. Der Erlös aus der Tombola wird dem Jugendhilfeverband Magdeburg zur Verfügung gestellt.