50 Nachtschwärmer bei der 50. Tour

Von Regina Malsch

Seit genau zehn Jahren lädt das Kreismuseum zu Nachtwanderungen ein. Auf unterhaltsame Weise erfahren die Besucher Interessantes zur Stadtgeschichte. Diesmal war es das 50. Mal und 50 Nachtschwärmer machten sich auf den Weg.

Wolmirstedt l Zu jedem Exkurs in die Vergangenheit mit historischen Persönlichkeiten wie Katharina von Küstrin (Museumsleiterin Anette Pilz) oder Jörg Bonewitz als Amtmann Stephan Wlöme gehören auch die Stullenpakete und Schnäpschen. Auch die 50. Tour war mit rund 50 Nachtschwärmern wieder sehr gut besucht. Diesmal waren die drei Kirchen Wolmirstedts das Ziel.

Erster Halt der Tour war die Evangelische Katharinenkirche, wo Jörg Bonewitz Einblicke in die wechselvolle Geschichte gab. Zeitgleich mit dem Wolmirstedter Kloster gegründet, wurde das Gotteshaus in den Jahren um 1860 zu klein. 1876 erfolgte der Abriss. In nur 18 Monaten wurde eine neue Kirche gebaut, die man am 1. Advent 1877 einweihte.

Ein Großbrand, der durch einen Ofen ausgelöst wurde, zerstörte die Kirche am Heiligen Abend 1973. Nach umfangreichen Umbauarbeiten wurde das Gotteshaus in der Form, wie man es heute kennt, 1981 wieder eingeweiht. 1989, kurz vor der Wende, wurde die Orgel angeschafft. Auf dieser "Königin der Instrumente" gab es dann von Kantorin Stefanie Schneider noch eine kleine Kostprobe.

Auf dem Weg zur Katholischen Kirche "St. Josef" wurden an der Ecke August-Bebel-Straße/Friedrich-Ebert-Straße die ersten "Muntermacher" ausgeschenkt. Dazu gab es ein wenig Geschichtsunterricht. Unter anderem erfuhren die Teilnehmer, dass an der Stelle früher die Kath. Kirche gestanden hat. Der Neubau am Ende der Straße stammt aus dem Jahr 1935.

Die Kirche und die Gestaltung des Innenraumes seien bewusst schlichter, als man es aus anderen Gotteshäusern kenne, erklärte Peter Zülicke, Pfarrer i.R. den Zuhörern. Erst etwa 30 Jahre alt sind der Altar und das Lesepult aus Stein. Neben vielen Fakten zur katholischen Gemeinde präsentierte der ehemalige Pfarrer auch einige wertvolle alte Schriften. Außerdem erklang auch hier die Orgel.

Nächster Halt der Gruppe war vor der früheren Synagoge in der Ganggasse, von wo aus man als letzte Station die Neuapostolische Kirche ansteuerte. Seit 1988 hat die Gemeinde in der Friedensstraße eine Heimstatt für ihren Glauben gefunden, berichtete Gemeindevorsteher Holger Wienecke.

Das Gotteshaus sei in finanzieller Eigenleistung und unzähligen freiwilligen Arbeitsstunden entstanden. Die Neuapostolen sind eine christliche Religionsgemeinschaft, ihre geistlichen Führer sind die Apostel.

Nachdem der Vorsteher zahlreiche Fragen beantwortet hatte, lud er zum Benefizkonzert am 7. Juni ein. Mit dem Gesang des Gemeinde-Chores endete nach fast vier Stunden der erste Kirchenrundgang in diesem Jahr. Die nächste Geschichtswanderung findet am 26. Juni statt. Vorher lädt das Museum am 6. Juni zu einer besonderen Radtour ein